„Das Leben ist ein Ding, für das sich Freunde in der Wildniß »ftverpflichtet sind. Ich darf wohl sagen, daß ich Uncas schon mehrereMale diesen Dienst geleistet habe, und erinnere mich recht wohl,daß auch er zu fünf verschiedenen Malen zwischen mir und dem Todgestanden hat. Drei Mal im Kampfe mit den Mingos, einmal,da wir über den Horican gingen und —"
„DieseKngel war besser gczie t, als gewöhnlich!" riefDuncan,indem er unwillkürlich vor einem Schüße znrückfnhr, der an demFelsen neben ihm mit Heftigkeit abgeprallt war.
Hawk-cye griff nach dem formlosen Metall und schüttelte beider Untersuchung den Kopf. Fallendes Blei," sprach er, „drücktsich nie platt. Wenn's aus den Wolken käme, ließ' ich mir's gefallen!"
Aber Uncas' Büchse richtete sich bedächtlich gen Himmel undwies den Augen seiner Nachbarn einen Punkt, der das Geheimnißsogleich enthüllte. Eine mächtige Eiche stand auf dem rechten Uferdes Flusses, ihnen beinahe gegenüber, und neigte sich, den freien Luft-raum suchend, so weit herüber, daß ihre ober» Aeste jenen Arm desStromes übcrhingen, der an ihrem eigenen Ufer floß. Unter demobersten Laubwerk, das die knorrigen, verwitterten Aeste nur spär-lich bedeckte, hatte sich ein Wilder eingenistct, den der Stamm desBaumes theilweise verbarg, theilweisc aber sichtbar machte, als erauf sie herabblicktc, um zu sehen, welche Wirkung sein verrätheri-scher Schuß hervorgebracht habe.
„Diese Satane werden am Ende noch den Himmel ersteigen,um uns zu Grunde zu richten," .sprach Hawk-epe; „halt' ihn imSchach, Junge, bis ich den Wildtödter zum Schliffe bringe» kann,und wir ihm sein Blei von beiden Seiten des Baumes wiederheimgeben."
Uncas wartete, bis der Kundschafter das Signal gab. DieBüchsen blitzten, Blätter und Ninde der Eiche flogen in die Luftund wurden vom Winde zerstreut; der Indianer aber erwiederteihren Angriff mit einem höhnischen Gelächter und antwortete ihnen