79
entschlummert waren. Dunean warf den weiten Shawl Evra's überein Schauspiel, das er so gerne betrachtete, und suchte dann für seineigenes Haupt ein Kissen auf dem Felsen. David begann Tönehören zu lassen, die während des Wachens seine zarten Organeverletzt haben würden; kurz Alle, außer Hawk-eye und den Mohi-kanern, versanken, vom Schlafe bewältigt, in einen Zustand derBewußtlosigkeit. Aber die Wachsamkeit ihrer nnermüdeten Beschützerschlummerte nie. Unbeweglich, wie der Fels, von den, sie einenTheil zu bilden schienen, lagen sie da, während ihre Angen unab-lässig an dem dunkeln Rande der Bäume nmherschweiften, welchedie nahen Ufer des engen Stromes begränztcn. Kein Laut ent-schlüpfte ihnen, und die schärfste Beobachtung konnte nicht entdecken,daß sie athmetcn. Offenbar stützte sich diese außerordentliche Vor-sicht auf eine Erfahrung, die keine List ihrer Feinde berücken konnte,und dauerte so lange ohne scheinbaren Erfolg, bis der Mond unter-gegangen war, und ein blasser Lichtstreif über den Gipfeln derBäume an einer Krümmnng des Flusses weiter unten den Anbruchdes Tages verkündigte. Jetzt rührte sich Hawk-eye zum ersten Mal.Er kroch auf dem Felsen heran und rüttelte Dunean aus seinemtiefen Schlafe auf.
„Jetzt ist es Zeit, daß wir ausbrechen/' flüsterte er, „weckteure Frauen und haltet euch bereit, in das Canoe zu steigen, wennich es an den Landungsplatz bringe!"
„Habt Ihr eine ruhige Nacht gehabt?" fragte Heyward. „Beimir hatte, glaub' ich, der Schlaf übers Wachen gewonnen."
„Alles ist still wie die Mitternacht. Schweigt, aber seydflink bei der Hand."
Jetzt war Dunean völlig wach und hob sogleich den Shawlüber, den schlafenden Mädchen weg. Bei dieser Bewegung fuhrCora mit der Hand empor, als wollte sie ihn zurückstoßen, währendAlffe mit ihrer sanften, zarten Stimme flüsterte: nein, nein, lieberVater, wir waren nicht verlassen, Dunean war bei uns!