hervorthat und Alice bot. „Was kann passender und tröstlicher scyn,als nach einem so gefahrvollen Tage seinen Abenddank Gott dar-zubringen."
Alice lächelte; doch erröthete und zögerte ste, indem ste einenBlick auf Heyward warf.
„Thun Sie 's immerhin!" finsterte er; „sollte nicht die Auf-forderung von» des Psalmisten würdigem Namensbruder in solcheinem Augenblicke Gewicht bei Ihnen haben?"
Ermnthigt durch seine Zustimmung that Alice, wozu ste ihrefrommcn Neigungen und ihre Vorliebe für sanfte Töne zuvor schonso stark gedrungen hatten. Das Buch ward bei einer Hymne auf-geschlagen, die für ihre Lage nicht übel paßte, und wo der Dichterseinen Wunsch,, den begeisterten König Israels zu übertreffen, un-terdrückend, eine reinere und ehrwürdige Kraft entwickelt hatte. Corafühlte Neigung, ihre Schwester zu unterstützen, und der heilige Ge-sang begann, nachdem der schulgcrechte David als unerläßliche Vor-bedingung mit der Pfeife den Ton angegeben hatte.
Die Weise war feierlich und langsam. Bisweilen erhob sic sichzu dem vollsten Umfang der reichen Stimmen der Frauen, welcheüber ihrem kleinen Buche in heiliger Andacht hingen, und sank dannwieder so tief, daß das Rauschen des Wassers wie eine dumpfe Be-gleitung ihre Melodie durchzog. Der natürliche Geschmack und dasgute Ohr Davids leitete und ermäßigte die Töne nach dem beschränk-ten Raume der Höhle, wo jede Spalte, jeder Riß von den durchdrin-genden Tönen ihrer biegsamen Stimmen erfüllt ward. Die India-ner hefteten ihre Augen auf die Felsen und horchten mit einer Auf-merksamkeit, als ob sie in Stein verwandelt wären. Die hartenGestchtszüge des Kundschafters, der, sei» Kinn auf die Hand gestützt,mit dem Ausdruck kalter Gleichgültigkeit dagcseffen hatte, wurden'allmählig milder, bis er, als nun Vers auf Vers sich folgten,seine eiserne Natur bewältigt fühlte, und seine Erinnerungenihn in die Knabenjahre zurückversetzten, wo seine Ohren in