49
seine Flinte in der Hörweite eines Hinterhalts abzufeuern. Aber dieVersuchung war zu groß! Kommt, Freunde, verändern wir unsernStandort auf eine Weise, welche den listigen Mingo auf eine falscheFährte bringt, sonst trocknen morgen um diese Stunde unsre Skalp«vor Montcalm's Lager im Winde!"
Diese schauderhafte Erklärung, welche der Kundschafter mit derkaltblütigen Zuversicht eines Mannes gab, der die volle Gefahr begriff,während er nicht fürchtete, ihr die Stirne zu bieten, erinnerte Hey-ward an die Wichtigkeit des Amtes, das er freiwillig übernommenhatte. Während er seine Augen umherwarf und vergeblich sich an-strengtc, die Finsterniß zu durchdringen, welche unter dem Blätter-bogen des Waldes immer mehr sich verdichtete, war es ihm, als obseine wehrlosen Begleiterinnen, von menschlicher Hülfe abgeschnitten,bald der gänzlichen Willkühr dieser barbarischen Feinde hingegebenwären, die, gleich Raubthieren, nur warteten, bis die Finsternißihre Streiche noch sicherer und verderblicher machte. Seine aufge-regte Einbildungskraft, getäuscht durch das trügerische Licht, ver-wandelte jedes sich bewegende Gebüsch, jeden Stamm eines gefallenenBaumes in menschliche Gestalten, und zu wiederholten Malen glaubteer die grenlicheü Gesichter seiner lauernden Feinde unterscheiden zukönnen, Wieste, in rastloser Wachsamkeit, aus die Bcwcgungrn seinerBegleiter aus ihren Verstecken hervvrschauten. Anfblickend fand er,daß die dünnen, flockigen Wölkchen, welche der Abend an dem blauenHimmel gcröthet hatte, bereits die schwächsten Tinten ihrer Roscn-farbe verloren, während der eingebettete Strom, der an dem Orte,wo er stand, vorbeifloß, nur noch an dem dunkeln Streifen seinerbewaldeten llfcr erkennbar war.
„Was ist zu thun?" fragte er, die äußerste Hülflosigkcit seinerPeinlichen Lage empfindend; „verlaßt mich nicht um Gottes Willen!Bleibt, um die zu vertheidigen, die unter meinem Geleite stehen, undbestimmt frei, womit ich euch belohnen soll!"
Seine Begleiter, welche auf der Seite in der Sprache ihresDer leine Mobilem. i