zu werden, und die übermäßige Hitze des Tages sich zu mildern,während kühlere Dünste von Quellen aus ihren Laubbetten empor-stiegen und sich mit der Atmosphäre vermischten. Immer nochherrschte in dieser Einsamkeit jene Stille, welche die drückendeSchwüle einer amerikanischen Juli-Landschaft charakterisirt, undwurde nur von den leisen Stimmen der Männer, dem gelegent-lichen, müden Picken eines Waldspechts, dem unharmonischen Schreieines bunten Hetzers, oder dem dumpfen Rauschen eines entferntenWasserfalls unterbrochen.
Diese schwachen und abgebrochenen Laute waren jedoch denWaldbewohnern zu vertraut, als daß sie ihre Aufmerksamkeit vondem interessanteren Gegenstand ihrer Unterhaltung abgezogen hätten.Während einer dieser müßigen Wanderer die rothe Haut und denwilden Aufzug eines Eingcbornen der Wälder hatte, zeigte der an-dere unter der Hülle roher und fast wilder Bekleidung die hellere,wenn gleich sonnverbrannte und lang verwitterte Farbe Eines, derauf europäische Abstammung Anspruch machen durfte. Der Hinesaß auf dem Rand eines bemoosten Baumstammes in einer Stellung,die ihm vergönnte, die Wirkung seiner ernsten Rede durch die ruhi-ge» und ausdrucksvollen Gebärden des in einem Streitgespräche begriffe-nen Indianers zu erhöhen. Sein beinahe nackter Leib bot ein schreckhaftesSinnbild des Todes dar, durch die verschlungene Mischung weißer undschwarzer Farbenzüge. Sein kahl tzeschorner Kopf, auf dem kein andresHaar, als der wohlbekannte, ritterliche Skalpirschopf* belassen worden,
* Der nordamcrikanische Krieger ließ sich das Haar am ganzen Leibe aus-raufen, und nur einen kleinen Schopf auf dem Wirbel stehen, damitder Feind sich dessen bedienen könnte, wenn er ihm bei seinem etwaigenFalle die Kopfhaut (den Skalp) abziehen wollte. Diese war auch dieeinzig Mäßige Siegstrophäe. So hielt man es denn für wichtiger,die Kopfhaut zu erhalten, als den Mann zu tödten. Einige Stämmelegen großes Gewicht auf die Ehre, keinen zu tödten. Diese Gewohn-heit ist jedoch unter den Indianern der atlantischen Staaten beinahe ganzabgekomnie».