4io III. Reccnsionen.
kömmlinq der Scipioncn und Libonen, spricht ihremGemahl und ihren beiden Kindern mit allem edlenStolz ihres Geschlechts , mit aller Würde einer Ma-trone, und dem häuslich-zartesten Gefühl für Gattenund Kinder ihre letzten Worte, nach welchen sie festund stolz vor Minos erscheint.
Meine Sach' ist gesprochen. Ihr thränenden Zeugen,
erhebt euch! —
Sitten erheben zum Himmel. —
Schon diese Anzeige macht auf den Reichthuman Dichtungen aufmerksam, den wir mit diesemGeschenk in unsrer Sprache besitzen; trete nun einandrer hinzu, und füge die hier vorübcrgegangenenStücke bei. So viel die Dde vor der Elegie anSchwünge sowohl als an lyrischer Abwechselung vor-aus hat: so hat diese Gcgentheils das vor Ihr vor-aus, daß sie in ihrem sanfteren Schwünge tieferins Herz grabt, die Empfindungen, indem sie siespielen laßt, viel artig er verwebt, leiser ent-wickelt und gewiß künstlichere Wendungen neh-men muß, als ein gebundnes lyrisches Sylbenmaaßnöthig hat oder erlaubet. Mit ihrer rührenden Dop-pelflöte kann sie die Weckerin aller unsrer Empfin-dungen von der höchsten und stürmischen bis zursanftesten seyn; eine Heroide der Dichtkunst,wie auch ihr Name sagt. Unscrm Ucbersetzer, derden Wunsch des Proper;:
Sanft hin fließe mein Vers unter gefälliger Kunst,erfüllt hat, werde in seiner Nation ein Zweig vomKranze des römischen Dichters. Das Werk verdient,daß sein Name genannt werde: von Knebel.