ll. Andenken an einige
besten Zwecke zu einer lebendigen Lectüre, zur UebuNgim Ausdruck, Stellung und Wohlstände, zum Gc-mahlde guter oder gar berojschcr Sitten, und endlichgar eine völlige Akademie der Nationalweishcit undDcccnce im Leben und Sterben werden, (alle Ne-benzwecke übergangen) schon! bildend! lehrreich!vortrefflich! durchaus aber weder Hand noch Fußvom Zweck des griechischen Theaters.
'' ' Und welches war der Zweck? Aristoteles hatsgesagt, und man hat gnug darüber gestritten —nichts mehr und minder, als eine gewisse Er-schütterung des Herzens, die Erregung der Seelein gewissem Maaß und von gewissen Sei-ten, kurz! eine Gattung Illusion, die wahr-haftig ! noch kein französisches Stück zuwege gebrachthat, oder zuwege bringen wird. Und folglich (csheiße so herrlich und nützlich, wie cs wolle) griechi-sches Drama ists nicht! Trauerspiel des Sopho-kles ists nicht. Als Puppe ihm noch so gleich»der Puppe fehlt Geist, Leben, Natur, Wahrheit —mithin alle Elemente der Rührung — mithin Zweckund Erreichung dcS Zwecks — ists also dasselbeDing mehr?
Hicmit würde n«ch nichts über Werth und Un-werlh entschieden, cs wäre nur blos von Verschie-denheit die Rede, die ich mit dem Vorigen ganzaußer Zweifel gesetzt glaube. Und nun gebe ichsjedem anheim, es selbst auszumachen, „ob eineKopirung fremder Zeiten, Sitten und Handlungentn Halbwahrheit, mit dem köstlichen Zwecke, sic der
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