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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 13 (1821) Nachlese
Entstehung
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297
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ältere deutsche Dichter. S97

Man siedet über zugleich, daß aus diesem Ur-sprünge gewisse Dinge erklärlich werden, die mansonst, als todtc Regeln angestaunet, erschrecklichverkennen müssen. Jene Simplicitat dergriechischen Fabel, jene Nüchternheitgriechischer Sitten, jenes fort ausge-halt ne Kothurnmäßige des Ausdrucks,Musik, Bühne, Einheit des Orts undder Zeit das Alles lag ohne Kunst und Zau-berei so natürlich und wesentlich im Ursprünge grie-chischer Tragödie, daß diese ohne Veredlung zu alle.Jenem nicht möglich war. Alles das war Schlaube,in der die Frucht wuchs.

Tretet in die Kindheit der damaligen Zeit zu-rück: Simplicitat der Fabel lag wirklich sosehr in dem, was Handlung der Vorzeit, derRepublik, des Vaterlandes, der Reli-gion, was H e! d e n ha nd l u ng hieß, daß derDichter eher Mühe hatte, in dieser einfältigenGröße Thcjlc zu entdecken, Anfang, Mittel undEnde dramatisch hincinzubringen, als sic gewaltsamzu sondern, zu verstümmeln, oder aus vielen, ab-gesonderten Begebenheiten Ein Ganzes zu kneten-Wer jemals Aeschylus oder Sophokles gele-sen, müßte das nie unbegreiflich finden. Im Er-sten was ist die Tragödie als oft ein allegorisch-mythologisch-halb episches Gemahldc,fast ohne Folge der Austritte, dcr Geschichte, derEmpfindungen, oder gar, wie die Alten sagten,nur noch Ehor, dem einige Gcschichte zwischenge-setzt war Konnte hier über Simplicitat der Fa-bel die geringste Mühe und Kunst seyn? Und wars