26L II. Andenken an einige
Da Gott Gericht hält. Deß, der unwerth wahrer
Ehren,
Hier mit der Schand' umging, wird Er dort nicht
begehren.
Untreu und Treue.
Untreu aus einer Straße fuhr; Treu ihr ent-gegen kam.
Sie sah der Untreu großes Heer: „Wo soll ich hin
für Schaam,
(Sprach sie:) dem Himmel will ichs klagen,
Daß ich so unwerth bin, muß meiden offne Straßen"-'Die mußt du hiev und überall mir lassen,
„(Sprach Untreu) denn ich darf dir sagen;
Als Hofgesinde fahr' ich breit;
Es muß mix Alles weichen,
Du — tritt mir aus den Augen weit!
An mich kannst du nie reichen."
Die Treue sprach: „So bleibt mir nichts am Ende,Als daß ich mich zu Gott und an die Guten
wende,"
Die Dürrung in der Luft.
Ein König vor einem guten MannAn einem Wald vorüber ritt,
Der ohne seine Schuld viel manchen Kummer litt.