ältere deutsche Dichter. 2v3
Er schwingt sich auf zur Höhe,das sehn die Jungen gerne.
So wollt' er uns auch führen,wohin wir ihm sollreu folgen;
Er zeiget uns hienieden,wolch Leben sey im Himmel.
Am Grabe, da sie wollten todt ihn haben,da wirkt' er schöne Zeichen;die Siechen und Gekrümmtendie wurden da gesund.
Mit ausführlicher Pracht wird Ein Wunder, dasSt. Anno an einem Blinden bewirkt, her erzählt,dies an die größesten, prächtigsten Wunder Mosesgeschlossen und mit cineni sehr treffenden cdeln Lobeder göttlichen Güte geendigt.
Was sagen Sie zu diesem Gedichte? Zu seinerEomposition, zu seiner Würde, zu seinem Umfange,zu Zusammcnleitung seiner Thei.le, zu seiner mora-lischen Schönheit, endlich zur Blume seines Vor-trages? Hatte jeder Heilige einen solchen Lobrednevjedes Kloster einen solchen Dichter gezogen; wiereich waren wir! wie gern wollten wir diese Heili-gen ehren! Lesen Sie jetzt das Gedicht im Schil-ler oder lieber in Bodmers Opitz, und suchendas Ganze, (wie schwer es auch würde,) in Einszu fassen; cs ist wie eine ungeheure gothische Kircheim schönsten Styl dieses' Geschmacks. Nur St.Anno's Leben und die Geschichte seiner Zeit müssenSie dazu lesen; unglaublich ists, wie der Dichtervon Allem die würdigste Seite zeigt und gleichsam