Dichtung und Fabel.
117
„Verlassener, was zagest duZn trüber Einsamkeit?
Gott, der den Gang der Sterne kennt,
Kennt auch der Menschen Herz.
Er giebt dem Schiffe seinen Weg,
Den Winden ihre Bahn;
Er wird auch Dir, im WellenmeerDes Lebens, Weg vcrleih'n.
Was zagest du? Der Erde RothGeht wie ein Traum vorbei.
Und was Dir heure Mißlaut dünkt,
Ist morgen Harmonie."
„Schau gen Himmel und sieh! Am hohen Tempelge-
wölbc
Funkeln Sterne; da glänzt Goltes unsterblicheSchrift.
Kann dein Auge sie zahlen? Dein Ohr die Stimme
vernehmen,
Die des Erschaffenden Ohr ewig und ewig ver-nimmt.
So tönt Alles um Dich. Ein Strahl der Sonnen er-klingt dir
Sieben Töne des Lichrs, golden und heilig imKlang'.
Allenthalben strömet dir zu das große Geheimniß
Deiner Bollendung; du lernst ewig und ewigdaran.
Maas, Bewegung und Zahl im Kampf der liebenden
Eintracht
Spricht ff» Tönen dir zu: Eines in Allemist Gott!"