Unterschicd. Der Indianer hält sein Wort dem Indianer, aberdas Blaßgesicht bricht es dem Blaßgesicht gegenüber."
Snsquesns hielt inne und znm erstenmal diesen Morgen rich-tete jeder Häuptling seinen Blick auf die „verkappten Bewaffneten"— auf die „tugendhaften und schwer sich abmühenden Leute."Unter der Bande zeigte sich eine kleine Bewegung, ohne daß übrigensein Ausbruch erfolgte, und während diese Aufregung noch anhielt,erhob sich Adlersflug langsam von seinem Sitze. Die natürlicheWürde und Leichtigkeit in seinem Wesen bot reichlichen Ersatz fürsein wenig ansprechendes persönliches Neußeres, und uns Allenerschien er jetzt als eines von den keineswegs seltenen Beispielen,in welchen durch die Gewalt des Geistes die Unvollkommcnheitendes Körpers nicht nur überschattet, sondern sogar ausgetilgt wurden.Ehe die Wirkung dessen, was Snsquesns eben gesprochen hatte,verloren ging, begann dieser gewandte Redner seinen Vertrag.Die Betonung war in hohem Grade eindringlich; auch sprach ermit einer Umsicht und mit so wohl angebrachten Pausen, daßVielzunge in seiner Ucbersetzung den Eindruck jeder Silbe zu gebenvermochte.
„Meine Bruder," begann Adlersflug, indem er hauptsächlichdie Jnschens und die übrigen Zuhörer anredete, „ihr habt die Wortedes Alters gehört. Sie sind Worte der Weisheit. Sie find Worteder Wahrheit. Der Biedere unter den Onondagoes kann nichtlügen. Er hat es nie gekonnt. Der große Geist machte ihn zueinem gerechten Indianer und wie der große Geist einen Indianerbildet, so ist er. Meine Brüder, ich will Euch eine Geschichteerzählen; es wird gut für euch seyn, wenn ihr sie anhört. Wirhaben eure Geschichte gehört — zuerst von dem Dolmetscher, undnun von Susquesus. Es ist eine schlimme Geschichte, und wirwurden bekümmert, als wir sie vernahmen. Was recht ist, solltegeschehen, und was unrecht ist, sollte unterbleiben. Es gibt schlimmerothe Männer und gute rothe Männer, es gibt schlimme Blaß-