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26 (1847) Ravensnest, oder die Rothhäute : eine Erzählung
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Seite
524
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Du mußt nicht vergesse», Hugh, daß es Sonntag ist/' ver-setzte Patt.Den ganzen Sommer hindurch, so oft der Sonntagkam, hatten wir nichts von Ruhestörern zu befürchten; denn dieBewohner dieser Gegend sind viel zu religiös, als daß sie darandenken könnten, durch Gewaltthat und bewaffnete Banden denSabbath zu entweihen. Die Antirenters würden, wenn sie einanderes Benehmen einschlügen, weit mehr verlieren, als gewinnen."

Ich könnte dies wohl glauben, denn man findet unter unshäufig, das Tausende an dergleichen Aeußerlichkciten halten, nach-dem das fromme Gefühl, welches ursprünglich Anlaß dazu gegebenhat, längst erloschen ist. Etwas Aehnliches bemerkt man auch inanderen Ländern und selbst unter den höheren einsichtsvollerenClassen; denn nicht selten bezeugt man äußerlich dem Altar unddem Ritus der Religion die größte Achtung, obschon die Menschenselbst stündlich sich gegen die ersten und einfachsten Gebote der Ge-setzes-Tafeln vergehen. Dieser gleisnerische Schein findet sich dahernicht bloß bei uns, sondern in einer oder der andern Weise überall,wo es Menschen gibt."

Jedenfalls wurde diese zweideutige Frömmigkeit an jenem Tagezu Ravensnest in hohem Grade kund gegeben. Dieselben Männer,die sich in habsüchtiger Gier fast verzehrten, kamen nach der Kircheund machten den Gottesdienst in so viel scheinbarer Andacht mit,als ob sie sich keines Arges bewußt sehen. Mit einem Worte, esschien im Lande ein allgemeiner Waffenstillstand zu herrschen, ob-gleich Viele zugegen seyn mußten, welche die Schmach der letztenNacht bitter empfanden. Gleichwohl konnte ich in den Gesichternder meisten alten Pächter weder ein verändertes Aussehen, nochkalte Blicke bemerken; sie zeigten ganz die alte Freundlichkeit, welcheso lange zwischen uns bestanden hatte. Die Lösung dieses Räthselswar sehr einfach. Die Demagogen hatten den Geist nicht derInstitutionen, sondern der Habsucht in ihrem Innern angefacht.