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26 (1847) Ravensnest, oder die Rothhäute : eine Erzählung
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also für den Tag kein Manöver in Aussicht stand, so paßte dervorerwähnte Dienst vollkommen gut zu dem Müßiggang, in welchemIndianer sich an Rasttage» so gerne zu ergehen Pflegen. Man hattenatürlich nicht vergessen, die Gefangenen mit Lebensmitteln undWasser zu versehen; dies schien übrigens meinem Onkel Ro zugenügen, da er im Sinne hatte, am Montag Morgen die Verbrecherzu einem entfernt wohnenden County-Richter bringe» zu lassen.Von der Ruhestörung der vergangenen Nacht ließ steh nirgendsauch nur eine Spur blicken, und da das Nest ziemlich frei dastand,so brauchten wir uns nicht vor einer Ueberraschung zu fürchten.

Während wir noch beim 'Frühstück saßen, tönte die Glocke vonSt. Andrews klagend durch die Lust zu uns herüber ein Auf-gebot, daß wir uns für den Gottesdienst vorbereiten sollten. DieKirche war nur etwa zweitausend Schritte entfernt, und die jün-geren Damen drückten den Wunsch aus, zu Fuß dahin zu gehen.Meine Großmutter bediente sich daher, nur von ihrem Sohne be-gleitet, des Wagens, während das junge Volk etwa eine halbeStunde vor dem zweiten Zeichen insgesammt zu Fuß nach demGvtteshause aufbrach. Wenn ich den Zustand des Landes und dieGeschichte der vergangenen Nacht ins Auge faßte, mußte ich michüber meine eigene Gleichgiltigkcit bei diesem Anlaß, noch mehr aberüber die Ruhe meiner lieblichen Begleiterinnen wundern, und ichsäumte nicht, meinen Gedanken Worte zu leihen.

Man muß zugeben, unser Amerika ist doch ein merkwürdigesLand," sagte ich, als wir über den Rasen gingen, um den Fuß-pfad zu erreichen, der uns über schöne Waidegründc bis an dieKirchenthüre führte, ohne daß wir, mit Ausnahme einer einzigenKreuzung, die Landstraße zu betreten brauchten.Die ganze Um-gegend ist so ruhig, wie wenn sie nie durch ein Verbrechen beflecktworden wäre, und doch sind es kaum zwölf Stunden, als nochHunderte von unsern Nachbarn auf Mordbrennerei, Aufruhr undvielleicht Mord sannen. Der Wechsel ist in der That wunderbar."