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26 (1847) Ravensnest, oder die Rothhäute : eine Erzählung
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scllschast und Geselligkeit finden, wenn man zusammenkömmt, umWein zu trinken, vom Wein zu sprechen und durch Bewirthnng derGäste mit den kostbarsten Weinen fich gegenseitig zu überbieten,nicht leicht von ihren Ansichten abzubringen, und wenn auch dieZeiten des schweren Trinkens ihre Endschast erreicht haben, so finddoch die der Redseligkeit noch in voller Kraft. Könnte einmal dieAnficht allgemein in Umlauf kommen, daß es selbst in England fürgemein gehalten werde, nur von dein Saft zu sprechen, der aufdem Tische steht, so würden wir vielleicht auch dieser Gewohnheitlos. Gemein in England! ja, unter rechten Leuten gilt es sogarbei uns als gemein, und ich kann dies aus eigener Wahrnehmungbehaupten. Daß ein paar Freunde, welche sich in die Wohlthateiner besonders aufheiternden Flasche 'theilen, ein Wort des Lobesüber den Stoff anbringen, ist natürlich genug und auch ganz inder Ordnung, denn vernünftigerweise kann mau an einer derartigenAeußerung des inneren Wohlbehagens nichts Arges finden; aberich weiß mir nichts Empörendes, als wenn zwanzig ernste Gesichterum einen Tisch herumsitzen und als Feinschmecker über den neugekauften Rheinwein ihr Urtheil abgeben, während von dem vielenZiehen am Heber die Backen des Wirths wie die eines Borcasaufgedunsen sind.

Meine liebe Großmutter gehörte der alten Schule an underhob sich, während die vier blühenden Mädchen ihrem Beispielfolgten, mit der gewohnten Einladung von der Tafel:

Gentlemen, ich lasse euch jetzt bei eurem Wein allein; vergißtaber nicht, daß ihr im Besuchszimmer sehr willkommene Gäste seyd."

Aber mein Onkel ergriff jetzt ihre Hand und bat sie, daß siesich nicht entfernen möchte. Für meine Augen lag in der Art desVerkehrs und in der Liebe, die zwischen Onkel No und seiner Mutterbestand, etwas nngemein Rührendes. Er war nie vermählt gewesenund sie eine Wittwe: es fand daher zwischen beiden ein innigesLiebes-Band statt, und ich bin oft, wenn wir allein waren, Zeuge