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26 (1847) Ravensnest, oder die Rothhäute : eine Erzählung
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Ihr seyd irrig berichtet worden. Ich habe mehr als einhalb Dutzend Könige gesehen, und es ist da weder von Niederknieen,noch von Handküssen die Rede, ausgenommen bei gewissen Anläs-sen. Gewiß, es ist auch nicht Alles wahr, was man in diesemLande hört."

Na, mag sehn; ich weiß es nicht ich bin nie dort gewesen,um mich durch den Augenschein zu belehren," antwortete Tubbs injener eigenthümlichen Weise, die man sich, so oft sie von einemAmerikaner in Anwendung gebracht wird, in den Worten deutenmuß: sich will zwar nicht widersprechen, glaube aber doch was ichmag?Ich spreche nur vom Hörensagen. Aber warum sollen wirdem jungen Littlepage Renten zahlen, damit er sie lustig vergeude?"

Ich weiß da freilich keinen Grund, als etwa den, daß ihr dasLand gepachtet habt und in Betreff der Rente mit ihm einiggeworden seyd. In diesem Falle müßt ihr leisten, was ihr ver-sprochen habt."

Doch wenn der Handel nach was Königlichem riecht, so sag'ich nein. Jedes Land hat seine Natur, jede Regierung hat ihreNatur und alle Dinge sollten im Einklang sehn mit der Natur.Nun ist es gegen die Natur, in einem republikanischen Lande Rentezu zahlen. Wir wollen hier nichts mit Lords und Königen ge-mein haben!"

Nun, dann müßt ihr euer ganzes Land ändern. Ihr könnt'keine Weiber und Kinder haben, dürft' nicht in Häusern wohnen,müßt' das Pflügen des Landes, ja auch das Essen und Trinkenaufgeben, und dürft' eben so wenig ein Hemd auf dem Leib tragen."

Tubbs sah sich einigermaßen in der Klemme und war, wieder bourgeois genUIIiomme, nicht wenig erstaunt, finden zu müssen,daß er sein ganzes Leben über Unsinn gesprochen hatte, ohne eszu wissen. Es unterliegt keiner Frage, daß in einem KönigreicheVerhältnisse bestehen können, welche sich mit den Institutionen einerRepublik nicht vertragen; aber es ist ebenfalls gewiß, daß dasRavenSncst. 24