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26 (1847) Ravensnest, oder die Rothhäute : eine Erzählung
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Bibel belehrt uns, daß das Unglück des Armen eben in seinemMangel liege."

Pah, pah, das Bibelgeschwätz taugt nicht viel in der Politik.Für die Bibel ist der Sabbat da, und für öffentliche und Privat-angelegenheiten hat man die Werkeltage. Da ist z. B. der HughLittlepage er ist von demselben Fleisch und Blut, wie meinNachbar Holmes und ich, nicht besser und schlechter; ja ich willzugeben, er sey in der Hauptsache nicht schlechter, obschon ich denke,in einigen Dingen können wir den Borzug ansprechen; aber ichwill Beispiels halber annehmen, daß er nicht schlechter sey. Jedervon uns zahlt an diesen Littlepage für eine Farm von gut hundertAcres Renten. Gut; dieses Land bebauen, pflügen und bearbeitenwir mit unsern Händen unsere Söhne helfen mit und vielleichtein Knecht oder eine Magd. Gleichwohl hat Jeder von uns andiesen jungen Burschen Hugh Littlepage jährlich seine fünfzig Dol-lars zu bezahlen ein Geld, das er nimmt und wahrscheinlichin einem liederlichen Leben nach Belieben verschwendet. Ist diesrecht, frage ich, und ist dies ein geeignetes Verhältniß für ein re-publikanisches Land?"

Ihr glaubt also, der junge Littlepage vergeude auswärts seinGeld in einem schwelgerischen Leben?"

Ja wohl so heißt's überall hier herum. Ich kenne einenMann, der einen andern guten Freund hat und dieser hat, einenBekannten, der in Paris gewesen ist und den Leuten in seiner Ge-gend erzählte, er sey eines Tags an der Thüre des königlichenPalasts gestanden und habe leibhaftig gesehen, wie die beidenLittlepages hineingegangen seyen, um dem ,Kaiser Tribut zu zah-len', wie man's nennt Gewiß, kennt Ihr dies selbst auch; undman sagt mir, daß Alle, die den König sehen wollen, niederknicenund seine Hand küssen müssen ja. Einige sagen sogar, seinenZehen. Wißt Ihr vielleicht, wie es damit in den alten Länderngehalten wird?"