309
schloß nun, Mary wissen zu lassen, wer ich war. Hiedurch konnteich ihr in einem Augenblick der Bekümmcrniß Zutrauen zu mireinflößen und sie zugleich mit der Hoffnung crmuthigen, daß ichmich auch gegen ihren Vater als Freund erweisen werde. Jeden-falls war ich fest entschlossen, in ihren Augen wenigstens nichtlänger als ein herumziehender deutscher Musikant zu gelten.
„Miß Mary, Miß Warren," begann ich vorsichtig, und mitschüchternem Stocken, wie dies bei der Beklommenheit meiner Ge-fühle nicht anders möglich war. „Ich bin nicht, was ich scheine
— das heißt, ich bin kein Musikant."
Die Betroffenheit, der Blick und die Unruhe meiner Gefährtin
— Alles dies war so natürlich und sprach beredter, als es durchWorte möglich gewesen wäre. Sie hatte ihre Hand noch immerin den Zügeln und zog diese nun mit einemmale so straff an, daßdas Pferd stehen blieb. Es kam mir vor, als beabsichtige sie ausdem Wagen zu springen, weil sie denselben nicht länger für einenPlatz hielt, der für sie paßte.
„Erschreckt nicht, Miß Warren," fuhr ich hastig und — wieich glaube — mit einer Angelegcntlichkeit fort, die ihr Wohl einigesVertrauen einflößen mochte. „Ihr werdet keine schlechtere Meinungvon mir gewinnen, wenn Ihr findet, daß ich kein Ausländer, son-dern Euer Landsmann, kein Musikant, sondern ein Gentleman bin.Ich werde Alles thun, was Ihr von mir verlangt, und bin bereit.Euch mit meinem Leben zu schütze«."
„Dies ist so außerordentlich — so ungewöhnlich! — wahr-haftig das ganze Land scheins?aus den Fugen gegangen zu sey« !Entschuldigt, Sir, aber wenn'Ihr nicht die Person seyd, für dieIhr Euch ausgegeben habt, wer seyd Ihr dann?"
„Ein Mann, der Eure kindliche Liebe eben so sehr, wie EurenMuth bewundert und Euch um beider willen ehrt. Ich bin derBruder Eurer Freundin Martha — ich bin Hngh Littlepagc."
Die kleine Hand ließ nun die Zügel los, und das theure Mäd-