wahres Brandmal für den Nationalgeschmack — durch Kluften,Löcher und sonstige Mißstände entstellt, dagelegen hatten, sind sieendlich in einen Zustand gekommen, welcher bekundet, daß sieeinem civilisirten Lande angehören. Die Amerikaner sind, ob-schon viel mehr zum Wechsel geneigt, eben so nachahmungsfertig,wie die Chinesen, und man braucht wenig mehr als gute Modelle,um sie auf die richtige Bahn zu leiten. So viel ist übrigens zu-verläßig, daß wir als Nation von der besagten Kunst nichts weiterkennen, als die Baum-Alleen oder hin und wieder einen Busch vonStrauchwerk. Die Verschlingung der letzteren mit ihrer Wildnißvon süßen Düften, die Massen von Blumenbeeten, welche die Ober-fläche Europa's besäen, die Schönheit gekrümmter Linien und dieAnbringung überraschender Hintergründe und Bistas — dies sindlauter Dinge, welche so wenig unter uns bekannt sind, daß man siefast für aristokratisch halten sollte.
Zu Ravensnest war wenig mehr geschehen, als daß man dennatürlichen Baumwuchs benützt und von der günstigen Bildung undLage der Gründe Vortheil gezogen hatte. Die meisten Reisendenfind der Ansicht, es sey leicht in dem jungfräulichen Urwald einenPark anzulegen, weil ja die Art das Dickicht, das Gebüsch und dieHolzarten, die anderwärts eine Frucht der Zeit und künstlicher An-pflanzung sind, nur stehen zu lassen brauche. Dies ist übrigensin der Regel ein großer Irrthum, obschon hin und wieder auchbedingte Ausnahmen vorkommen mögen. Der Baum der amerika-nischen Wälder schießt gegen das Licht auf und bleibt bei seinerHöhe so dünn, daß er unscheinbar wird. Aber auch dann, wenndie Zeit dem Stamm eine passende Dicke gegeben hat, gewinntdoch der Wipfel selten die Breite, welche einem Park zur Zierdedienen kann, während die Wurzeln, welche ihre Nahrung in demtausendjährigen Humus der gefallenen Blätter suchen, zu nahe un-ter der Oberfläche liegen, um nach Entfernung der schirmendenNachbarbäume zureichenden Schutz zu finden. Dies sind die Nrsa-