der Wagen weiter rollte. Dann blieben wir noch einen Augenblick"zurück, um uns von Miller zu verabschieden.
„Wenn Ihr im Nest fertig seyd," sagte der gute Bursche, „sosprecht noch einmal hier ein. Es wär' mir lieb, mein Weib undKitty könnten Eure Raritäten ansehen, eh' Ihr damit nach demDorf hinuntergeht."
Wir versprachen, wieder nach dem Farmhaus zurückzukehren,und traten unsern Weg nach dem Gebäude an, welches in der fa-miliären Redeweise des Landes von seinem wahren Namen Ravens-nest her die Bezeichnung Nest oder Nesthaus führte, von Tom Milleraber in seinem bäurischen Dialect das „Neest" genannt wurde.Die Entfernung zwischen beiden Häusern betrug kaum tausendSchritte und war theilweise mit den zu Ravensnest gehörigenGründen ausgefüllt. Letztere waren so ausgedehnt, daß fie wahr-scheinlich von manchen Personen mit dem Titel „Park" beehrt wor-den wären; bei uns aber führten sie nie einen so hochtrabendenNamen, obschon ihnen, um ihn zu verdienen, nichts gefehlt hätte,als daß außer den Hausthieren auch Hirsche oder ähnliches Wilddarin gehalten worden wäre. Wir nannten sie gewöhnlich nur denGrund — ein Ausdruck, welcher große und kleine derartige Umfas-sungen bezeichnet, während die breite Fläche von Grün, die unmit-telbar unter den Fenstern liegt, den Namen „Rasen" führt. Ob-schon in Amerika das Land sehr wohlfeil ist, hat doch die Land-schasts-Gärtnerei nur sehr geringe Fortschritte gemacht, und wennwir je etwas besitzen, was einer Park-Scenerie ähnlich steht, sohaben wir dies weit mehr den Gaben einer üppigen Natur, alsden Leistungen der Kunst zu verdanken. Ehre dem gebildeten Ge-schmack Downings sowohl, als seinen wohlgeleiteteu Arbeiten —dieser Vorwurf wird uns bald nicht mehr treffen und das Landlebenunter den vielen anderen Genüssen, welche ihm so eigenthümlichsind, dieses ansprechenden Reizes nicht länger entbehren. Nachdemdie Gründe des weißen Hauses mehr als zwanzig Jahre — ein