211
zierung willen Lob erntend. Ueberhaupt waren alle Waaren mei-nes Onkels sehr geschmackvoll gearbeitet nnd von einem Kaufmann,der in überseeischen Artikeln Geschäfte machte, mit ziemlichem Auf-wand erstanden worden. Die Uhren waren allerdings, mit eineroder zwei Ausnahmen, wohlfeil, und dasselbe konnte man auch vonden meisten Schmncksachen sagen; aber mein Onkel hatte ein paarUhren und einige schöne Kostbarkeiten bei sich, die er selbst ausEuropa mitgebracht hatte, um sie zu Geschenken zu verwenden, undunter diesen befand sich die fragliche Bleifeder, welche er nur einenAugenblick vor dem Verkauf in die Truhe hatte gleiten lassen.
„Der Tausend, Madame Littlepage," rief Miller mit der Zu-traulichkeit eines Mannes, der auf dem Gute geboren war, „diesist einer der kuriosesten Uhrenhausirer, die mir je vorgekommen sind.Er verlangt fünfzehn Dollars für dieses Röhrlein und nur vierfür diese Uhr."
Bei diesen Worten zeigte er den Gegenstand vor, den er sel-ber käuflich erworben hatte.
Meine Großmutter nahin die Uhr in die Hand und untersuchtesie aufs Sorgfältigste.
„Der Preis erscheint mir außerordentlich wohlfeil," bemerktesie — wie es mir vorkam — mit einem mißtrauischen Blick gegenihren Sohn, als glaube sie, er möchte seine Besen nur deßhalbwohlfeiler verkaufen, als derjenige, welcher nur das Material stahl,weil er die bereits fertige Waare auf unrechtmäßigem Wege ansich gebracht hatte. „Ich weiß zwar, daß in den Ländern Europa's,wo man wohlfeil lebt, dergleichen Uhren zu sehr niedrigen Preisengefertigt werden; aber man kann es kaum für möglich halten, daßeine derartige Maschinerie sich für. eine so kleine Summe zusammen-setzen läßt."
„Ich habe sie zu allen Preisen, Madame," entgegnets meinOnkel. -
„Ich hätte wohl Lust, eine gute Damenuhr zu kaufen, trage
F