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26 (1847) Ravensnest, oder die Rothhäute : eine Erzählung
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die Einen tränen ihm nicht, weil er einen gntcn Rock trägt, »ndAndere wollen sich mausig über ihn machen, weil sein Eigenthumdurch seinen Vater, durch seinen Großvater in s. wn auf ihn ge-kommen ist und er es nicht selber verdient hat. Wie's eben heut-zutag geht manche Leute find der Meinung, man dürfe dessen,was man hat, nicht froh werden, wenn man's nicht selbst zusam-mengebracht hat."

Wenn die Sache sich so verhält, so ist Euer Herr Littlepagesicherlich kein Aristokrat."

Mag sehn, aber hier herum denkt man anders. In letzterZeit hat es viele Versammlungen gegeben, und man sprach darinüber das Recht des Volkes an seine Farmen; auch hörte man vieldarin sprechen von Aristokratie und Feudalwesen. Wißt Ihr auch,was ein Feudalwesen ist?"

Ja; in meinem Vaterlande, das heißt in Deutschland, be-steht noch viel von diesem Institut. Es ist nicht sehr leicht, es inwenigen Worten zu erklären; aber die Hauptsache liegt darin, daßder Vasall seinem Lehnsherrn zu Leistungen verpflichtet ist. Inalten Zeiten mußten die Vasallen Kriegsdienste thun, und etwasder Art besteht auch jetzt noch. In meinen, Lande sind hauptsäch-lich die Adeligen zum Feudaldienst verpflichtet, und zwar ist diesden Königen und Fürsten gegenüber der Fall."

Und nennt man's in Deutschland nicht einen Feudaldienst,wenn Einer statt der Rente einen Gockel bringen muß?"

Onkel Ro und ich lachten laut hinaus, obschon wir uns alleMühe gaben, unsere Heiterkeit zu zügeln, denn in dieser Frage lagein Pathos, das sich höchst possierlich ausnahm. Sobald meinOnkel sich wieder gesammelt hatte, erwiederte er dem Farmer:

Wenn der Grundherr ein Recht hätte, beliebig zu kommen undHühner wegzunehmen, so viel ihm anstehen, dürfte allerdings voneinem Feudalrecht (Faustrecht) die Rede sevn; wenn aber der Vertragsagt, so und so viele Hühner müssen jährlich statt der Rente be-