würde, was geeignet gewesen wäre, das scheinbar Verletzende inihrer Weigerung zn mildern. Glücklicherweise hatte sie's übrigensmit einem Mann von Bildung zu thun, den sie freilich hinter derangenommenen Maske meines Onkels nicht vermuthen konnte. Ichmuß hier bemerken, daß Onkel Ro zur Zeit, als er das erwähnteAnerbieten machte, weder den Charakter des Geistlichen, noch denseiner Tochter kannte, sondern im Gegentheil nicht einmal wußte,er habe den Rektor von Saint-Andrew's zu Ravensnest vor sich.Die Art übrigens, wie ihn Mary mit einemmale von dem Irr-thume heilte, in den er durch den Umstand verleitet worden war,daß sie Opportunity zur Gesellschafterin hatte —- bewog ihn, sichmit vollendetem Takt zurückzuziehen und sich auf eine Weise zuentschuldigen, daß ich fürchtete, es möchte dadurch seine Verkleidungverrathen werden. Meine Besorgniß war übrigens vergeblich ge-wesen, und Mr. Warren gab jetzt der Sache eine andere Wendung.Mit unverwüstlicher Einfachheit und einem Lächeln, welches ingleicher Weise seine Zufriedenheit über das Benehmen seiner Tochterwie eine dankbare Anerkennung der beabsichtigten Freigebigkeit anden Tag legte, kehrte er sich gegen mich und bat mich, ein Stück-chen zu blasen; denn ich hatte meine Flöte aus der Tasche gezogenund hielt sie jetzt in der Hand, als erwarte ich eine derartige Ein-ladung.
Wenn ich mir einige Geschicklichkeit nachrühmen kann, so dürftediese in einer gewissen musikalischen Fertigkeit liegen, und nament-lich verstehe ich mich gut auf die Behandlung der Flöte. Bei ge-dachter Aufforderung that ich keineswegs spröde, sondern spielteeinige Cvmpositionen trefflicher Meister mit so viel Sorgfalt, alsob ich mich in einem der ersten Pariser Salons hören ließe. Esentging mir nicht, daß Mary und ihr Vater'über mein Spielhöchlich überrascht waren, während sich noch außerdem in den Zü-gen der ersteren ein Ausdruck gefühlvollen Entzückens erkennen ließ.So unterhielten wir uns ein Viertelstündchen auf's angenehmste —