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26 (1847) Ravensnest, oder die Rothhäute : eine Erzählung
Entstehung
Seite
132
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Da dies ein Akt war, dessen sich Seneka nicht im geringstenschuldig zu machen beabsichtigte, so rückte er nur den Hut von dereinen Seite des Kopfs nach der andern, begann zu pfeifen undverließ dann ruhig das Zimmer. Mein Onkel benutzte diese Gele-genheit, um Miß Opportunith zu bitten, sie möchte ihm die Ehreerweisen, die Bleifeder aus seiner Hand als Geschenk anzunehmen.

Dies wird Euch doch nicht Ernst seyn?" rief Opportunith, infreudiger Ueberraschung errathend.Ei, Ihr habt mir eben erstgesagt, die Feder koste vier Dollars, und auch dies scheint mirnoch verzweifelt wenig zu seyn."

Dies ist der Preis für andere," versetzte der galante Hausirer,aber nicht für Euch, Miß Opportunith. Wir machen die Reisemiteinander, und wann wir in Eure Gegend kommen, habt Ihr dieGüte, mir die Häuser namhaft zu machen, wo ich meine Uhrenund Galanteriewaarcn am besten verkaufen kann."

Ja, dies will ich und ich will Euch obendrein iisis Nest-haus bringen," erwiederte Opportunith, indem sie ohne weitereUmstände die Bleifeder in die Tasche steckte.

Mittlerweile hatte mein Onkel ein sehr hübsches Petschaftdas schönste, welches er besaß, denn es war von reinem Metallund hatte einen ächten Topas zur Siegelplatte ansgelesen undbot es mit seiner besten Verbeugung Miß Mary Warren an. Ichbeobachtete auf's angelegentlichste das Gesicht der Pfarrerstochter,und die Art, wie sie diese Galanterie aufnahm, zwischen Zweifelund Hoffen jeden Wechsel ihrer schönen, geistvollen Züge verfol-gend. Mary erröthete, lächelte und schien in Verlegenheit zu ge-rathen. Einen Augenblick besorgte ich, daß sie nicht recht wisse,was sie thun solle; aber ich mußte mich Wohl getäuscht haben,denn sie trat zurück und lehnte in der holdseligsten Weise von derWelt das Geschenk ab. Ich bemerkte wohl, daß der VorgangOpportunith's, welche sich so ganz anders benommen hatte, sie ingroße Verwirrung setzte, da sie sonst vielleicht etwas gesagt haben