eine Frist, die wohl länger gewährt haben würde, wenn nicht jetztMiß Oppvrtunity* — die ihren Namen gewiß nicht mit Unrechtführte, da sie bei jeder Gelegenheit zur Hand war —- aus freienStücken zu singen begonnen hätte, nachdem zuvor von ihrer Seite dieEinladung an Miß Mary ergangen war, sie zu accompagniren. Letzterelehnte übrigens das Ansinnen einer derartigen, öffentlichen Schau-stellung mit demselben Takte ab, den sie bei Ablehnung des Ge-schenks meines Onkels an den Tag gelegt hatte und Seneka'sSchwester mußte deßhalb allein ihre Geschicklichkeit entfalten,was sie denn auch mit großem Eifer that, indem sie unaufge-fordert und in rascher Reihenfolge drei Arien nach einandersang. Ich will mich nicht mit einer Kritik ihres musikalischen Ta-lents oder der vorgetragenen Poesien aushalten, sondern hier nurbemerken, daß letztere insgesammt mehr oder weniger der SchuleZim Crow's angehörten und der Vortrug mit ihrem dichterischenWerthe in schönster Harmonie stand.
Da wir alle mit dem nämlichen Eisenbahnzug abzureisen, ge-dachten, so blieben wir beisammen, bis das Aufbruchssignal ertönte,obschon auch dieses unserem geselligen Verkehr nicht ganz ein Endemachte. Mary und Opportunity nahmen ihre Plätze neben ein-ander, Mr. Warren aber forderte mich auf, seinen Sitz zu theilen,ohne an meinem Leierkasten Anstoß zu nehmen; denn meine Klei-dung war, obschon meiner Rolle gemäß gewählt, neu, sauber undkeineswegs von der Art, wie man sie gewöhnlich bei herumziehendenStraßenmusikanten findet. Wenn nicht etwa das Instrument Zeugnißgegen mich ablegte, so konnte ich meinem Acußern nach wohl alsein nicht ganz unpassender Rcisegesellschaftcr des Geistlichen betrachtetwerden. In dieser Weise machten wir unsere Reise nach Saratoga.Onkel Ro hatte 'neben Seneka Platz gefunden und benützte dieseGelegenheit, um unterwegs in vertraulichem Gespräch seinen Nach-
Gelegeicheit.