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26 (1847) Ravensnest, oder die Rothhäute : eine Erzählung
Entstehung
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sich darum kümmert. Dies ist ein Probierstein, durch welchen dasgediegene Metall sich leicht von der Legirung unterscheiden läßt.

Mein Pfarrer war, wie ich leicht sehen konnte, ein kirchli-cher, kein ,ineeUng iiouso' Geistlicher. Wie mir dies auf denersten Blick klar wurde, will ich hier nicht weiter erörtern; ich be-merkte übrigens auch in seinem Gesicht etwas von jener Neugierde,welche auf einen einfachen Charakter schließen läßt, ohne auch nureine Spur von Gemeinheit zu verrathen. Es war ein Gefühl,welches ihn bewog, mich ein wenig näher heran zu winken. Ichentsprach dieser Einladung, obschon ich gestehen muß, daß der Ge-danke, einer solchen Auffvdcrung Folge geben zu sollen, mich anfangsein wenig linkisch machte. Es lag übrigens etwas in der Miene unddem Antlitz der Tochter, was mich veranlaßte, nicht zu zögern. Ichkann nicht eben sagen, daß das Mädchen eine auffallende Schönheitwar, obschon sie entschieden hübsch genannt werden mußte; dennochwar der Ausdruck des Gesichts, des Lächelns, der Augen, kurz alleszusammen so eigenthümlich süß und weiblich, daß eine Sympathie,die ich nicht zu erklären versuchen will, mich nach dem Hause hin-drängte und mich bewog, nach dem Zimmer hinaufzugehen, das,wie ich wohl sah, jedem zugänglich war, obschon es zur Zeit nie-mand als den Geistlichen und seine Tochter barg.

Nur herein, junger Mann," sagte der Vater in wohlwollen-dem Tone.Ich möchte Euer Instrument näher betrachten, undmeiner Tochter, welche eine Freundin von Musik ist, ergeht es ebenso. Wie nennt man es?"

Leierkasten," lautete meine Antwort.

Aus welchem Theile der Welt kommt ihr, junger Freund,"fuhr der Geistliche fort, seine sanften Augen noch neugieriger zuden meinigen erhebend.

Von Tscharmany, von Preußen, wo kürzlich noch der guteKönig Wilhelm regierte," erwiederte ich in gebrochenem Englisch.

Was sagt er, Molly?"