57
dergelaffen und verheirathet hatte, weil er es um gewisser politischerTheorien willen für das verheißene Land hielt. Ich erinnere michseiner noch als eines unzufriedenen, mißvergnügten Wittwers, der,wie man glaubte, in Folge unkluger Speculationen täglich mehrverarmte und zuletzt in all seinem Wünschen und Sehnen so ganzund gar wieder zum Engländer wurde, daß er behauptete, die ge-meine Bisamente sei ein besserer Vogel als der Cannavaßbrücken.Er starb übrigens zeitlich genug, um seinem einzigen Kinde einVermögen zu hinterlassen, welches unter meines Onkels trefflicherVerwaltnng zu mehr als einmalhundertsiebenzigtauseud Dollars an-gewachsen war und einen Nettoertrag von achttausend im Jahrabwarf.
Dies machte Miß Henrietta mit eiuemmal zu einer gesuchtenSchönheit; da sie aber in meiner Großmutter eine kluge Freundinhatte, so war sie bisher vor dem Schritte bewahrt geblieben, sich anden nächsten besten Habenichts wegzuwerfen. Das Zartgefühl meinesOnkels Ro kannte ich zu gut, um nicht überzeugt sein zu dürfen, daßer in seinen brieflichen Hindeutungen auf mich nicht weiter gieng,als der Anstand gestattete, und meine treffliche, biedere, offene alteGroßmutter hatte einmal in einem Schreiben an mich einen Aus-druck fallen lassen, welcher mich auf den Glauben brachte, die lei-sen Anspielungen meines Onkels hätten im Herzen der jungen Dameso viel Anklang gefunden, als sich etwa mit einer Empfindung, dienothwendigerweise nichts anderes, als Neugier sein konnte, füglichin Verbindung bringen ließ.
Miß Anna Marston war gleichfalls eine Erbin, aber ineinem viel geringeren Maßstabe, da sie aus einige» Häusern inNew-Dork eine Rente von etwas mehr als dreitausend Dollars be-zog und von diesen ungefähr sechzehntausend Dollars als erspar-tes Capital angelegt hatte. Sie war übrigens kein einziges Kind,sondern hatte noch zwei Brüder, auf die ein eben so großer Antheilwie auf die Schwester gefallen war — ein paar lockere Vögel,