liche Witterungsverhältnisse, welche dem Fremden in Betreff unsresviel und sehr mit Unrecht geschmähten Climas die ungünstigsteMeinung beibringen, obschon der Vorwurf eigentlich nur den vor-übergehenden Phänomenen gelten sollte. Im Sommer nemlich gibt«S erdrückend schwüle Tage, und im Herbst scheint Einem zuweilender trockene Nordwind kaum das Mark mehr in den Knochen zu lassen.
Die Passagiere des Montauk verspürten nichts von diesen bei-den Nebeln und näherten sich jetzt der Küste bei klarem Himmelunter einer milden Südwest-Brise. Das Schiff war die Nacht überthätig gewesen, und als sich die Gesellschaft am Morgen auf demDecke sammclte, erklärte Kapitän Truck, daß man in einer Stundeden lang ersehnten westlichen Continent zu Gesicht bekommen werde.Da der Montauk unter Stengen- und Bramstengen-Prallsegelnwindwärts von seinem Hafen mit einer Geschwindigkeit von neunKnoten dahinlicf, so war alle Wahrscheinlichkeit vorhanden, daswackere Fahrzeug werde dem Versprechen seines Meisters Ehremachen.
„Toast!" rief der Kapitän, der sich so naturgemäß wieder inseine alten Gewohnheiten gefunden hatte, als wäre gar nichts vor-gefallen — „bringt mir eine Kohle — und Ihr, Meister Ste-ward, sorgt uns für ein gutes Frühstück. Wenn der Wind nochsechs Stunden länger anhält, steht mir das Leidwesen eines bal-digen Abschieds von dieser guten Gesellschaft bevor, und Ihr ge-winnt dadurch die schmerzliche Ueberzeugung, so werthen Reisege-fährten nie wieder ei» Mahl vorsetzen zu dürfen. Dies sindAugenblicke, welche das Gemüth aufstören, und doch habe ich nieeinen Speisekammcrbediensteten gesehen, der nicht zu grinsen be-gann, sobald er sich seinem Hafen näherte."
„Ich glaube, es ist gewöhnlich ein erfreulicher Moment fürAlle, Kapitän Truck," sagte Eva; „namentlich aber muß es einAugenblick herzlich gefühlten DankeS für uns seyn."
„Dies wohl, meine theure junge Dame; aber dennoch meine