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21 (1845) Die Heimkehr, oder die Verfolgung : ein See-Roman
Entstehung
Seite
559
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verkehren und den Frömmler mit sektirerischem selbstgerechtem Dün-kel aufblähen.

Ich will mit Euch beten, Mr. Mondah," sagte er, indemer neben dem Sterbelager niedcrkniete,Wir wollen gemeinschaft-lich Gott um Gnade bitten, damit er Euch diese Zweifel von derSeele nehme."

Mr. Mondah drückte durch eine hastige Geberde seine Zustim-mung aus, und John Efstngham betete laut oder doch mit so kräf-tiger Stimme, daß er von dem Anderen deutlich verstanden werdenkonnte. DaS Gebet war kurz, schön und sogar erhaben, obschoner ebensosehr das gezierte Haschen nach Schriftstellen als deninhaltsleeren Schwulst der Frömmler von Profession vermied;eS enthielt bloS einen brünstigen, unmittelbaren, leicht faßlichenAufschwung zur Gottheit die demüthigc Bitte um Gnadefür ein Wesen, welches jetzt seinen letzten Kampf kämpfte. EinKind hätte ihn verstehen können, während die ergreifende de-müthige Aufrichtigkeit seiner Sprache auch das Herz des Mannesschmelzen mußte. Es steht zu hoffen, daß das hehre Wesen,dessen Geist das All durchweht, und dessen Wohlwollen nurseiner Allmacht glcichkömmt, dem Flehen gleichfalls Kraft ver-lieh, denn über Mondah's Züge glitt ein wonniges Lächeln, als sichJohn Effingham aus seiner knieenden Stellung erhob.

Dank, Sir tausend Dank," murmelte der Sterbende, in-dem er John die Hand drückte.Dies ist besser als Alles."

Mr. Mondah fühlte sich nun erleichtert und es entschwandeneinige Stunden in anhaltendem Schweigen. Nachdem sich JohnEffingham überzeugt hatte, daß der Kranke schlnmmerte, nickte ergleichfalls ein wenig ein. Die Morgenwache war schon abgelöst,als er durch eine Bewegung auf dem Krankenlager wieder gewecktwurde. Er glaubte, sein Patient verlange Nahrung oder eineFlüssigkeit, um seine Lippen anzufeuchten, weshalb er ihm das Einewie das Andere anbot; Mr. Mondah wies jedoch Beides zurück.