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wir eben erst entronnen find — bringen wir dazu noch die Größeder Versuchung in Anschlag, so sehe ich nicht ein, welchen Vor-zugs sich die Christen zu rühmen hätten. Von dem Schicksal schiff-brüchiger Seeleute weiß übrigens die ganze Welt zu reden, undman hört von Plünderungen, im Nothfalle sogar von Mordthaten,die, wenn sich eine Gelegenheit dazu bot, in Ländern vorgekommenfind, welche in der Civilisation große Fortschritte gemacht haben."
„Ihr gebt ein schreckliches Bild von der Menschheit," ent-gegnete Eva schaudernd; „ich hoffe übrigens, daß diese Beschul-digung nicht mit Recht gegen Amerika vorgebracht werden kann."
„Dies steht sehr in Frage. Amerika besitzt allerdings vieleVortheile, welche eine Verlockung zum Verbrechen schwächen, istaber nichts weniger als vollkommen. Manchen Küstenbewohnernmacht man den Vorwurf, sie hätten zu der altenglischen Praxisihre Zuflucht genommen und falsche Lichter gezeigt, um Schiffe irrezu führen und an den Gestrandeten grausame Beraubungen zu be-gehen. Ich glaube, es wohnt aller Orten dem Menschen die Nei-gung inne, einen bedrängten Nächsten die Last des Unglücks amschwersten empfinden zu lassen. Sogar der Sarg, in welchem wireinen Freund beerdigen, muß theurer bezahlt werden, als jedesandere Stück Arbeit von gleichem Aufwand an Mühe und Material."
„Dies ist ein düsteres Gemälde von der Menschheit, zumal,wenn es von einem so jungen Manne entworfen wird," entgegneteMr. Efstngham mit Milde.
„Ich glaube, es ist wahr. Freilich zeigen nicht alle Menschenihre Selbstsucht und Wildheit in derselben Weise, und es gibt aucheinige, die völlig davon freizusprechen sind. Was Amerika betrifft.Miß Efstngham, so verwickelt es sich immer tiefer in Laster, dieihm selbst und seinem System eigenthümlich find — in Laster, diewie ich glaube, eS in Bälde zu dem gemeinsamen Niveau herab-ziehen müssen, obschon ich in meinem Vorwurfe nicht ganz so weitgehen möchte, wie einige Landsleute der Mademoiselle Viesville."