„Mir erscheint es wie ei» ewiger Sommer," sagte Eva, „so-fern für junge Frauenzimmer Alles ewig ist. Meine Unwissenheitwürde dort stets Stoff zur Belehrung und mein Geschmack Aus-bildung finden. Aber mag auch Italien Sommer oder Herbst sehn,was ist wohl das arme Amerika?"
„Natürlich der Frühling," cntgegncte Mr. Sharp höflich.
„Welcher Anficht styd Ihr, Mr. Vlnnt? Ihr scheint alleTheile der Welt gleich gut zu kennen — scyd Ihr damit einver-standen, unserem Lande — meinem Land wenigstens diesen lieb-lichen Titel zu verleihen?"
„ES verdient ihn in mannigfaltiger Hinsicht, obschon vielleichtin anderen Punkten der Ausdruck Winter paffender am Orte wäre.Amerika ist ein Land, das man nicht so leicht begreifen kann —in einzelnen Dingen gleich der Minerva erwachsen geboren, in an-dern aber zuvcrläßig noch immer ein unmündiges Kind."
„Ich möchte doch wissen, welche Dinge Ihr namentlich in dieletztere Claffe einreiht," versetzte Mr. Sharp.
„Zuvörderst muß ich hier die Kraft namhaft machen," ant-wortete der Andere mit einem leichten Lächeln, „dann die Ansichten,den Geschmack und vielleicht auch die Wissenschaften. Was übri-gens den wesentlichsten Theil der letzteren, ihre praktische Anwen-dung — desgleichen die Erleichterung der gewöhnlicheren Bequem-lichkeiten betrifft, so dürfte Amerika wohl berechtigt seyn, sich inVergleichung mit anderen Nationen einen Sommer zu nennen. DieAmerikaner stehen gewiß nicht an der Spitze der Civilisation, MißEffingham, wie so Viele Eurer Landsleute glauben, liegen aberauch nicht ganz unten, wohin so Biele von Mademoiselle Vief-ville's und Mr. Sharp's Landsleuten sie in ihrem frommen Eiferversetzen möchten."
„Und was sprechen Mr. Blunt'S Landsleute über diesen Ge-genstand?"
„Ihre Ansichten liegen vielleicht der Wahrheit so fern, als