240
während die andern Gentleinen sich verbeugten und stumm Be-scheid thaten.
Der Anfang einer regelmäßigen Belustigungsscene ist gewöhn-lich steif und förmlich, weßhalb cs einige Zeit anstand, che KapitänTruck seine Gefährten zu der Höhe zu steigern vermochte, auf wel-cher er fle zu sehen wünschte; denn obschon er ein sehr mäßigerMann war, liebte er doch ein geselliges Gläschen, namentlich inZeiten, wenn dadurch der Ausübung seines Berufes kein Abtraggeschah. Eva und ihre Gouvernante hatten es zwar abgelehnt,an der Tafel Platz zu nehmen, willigten aber doch ein, sich an einemOrte niederzulaffen, wo man sie sehen und gelegentlich mit in dieUnterhaltung ziehen konnte.
»Ich trinke nnn schon seit vierzig Jahren und mehr jedenSamstag-Abend auf die Gesundheit der Frauen und Liebchen, meinethenre junge Dame," sagte Kapitän Truck, nachdem die Gesell-schaft ungefähr einige Minuten bei ihren Gläsern gesessen hatte,„ohne daß ich je in diese Glücksbreite gerieth oder mich selbst miteinem derartigen Gegenstand versah. Aber obgleich ich meine eige-nen Interessen und meine zeitliche Wohlfahrt so sehr vernachläßigthabe, mache ich mir'S doch stets zur Regel, allen meinen jungenFreunden den Rath zu crtheilen, daß sie sich splissen lassen, nochche sic dreißig sind. Mancher ist schon zu mir mit dem festenBorsatze an Bord gekommen, ewig ein Junggeselle zu bleiben, undverließ zu Ende der Fahrt mein Schiff mit dem preiswürdigenVornehmen, das erste hübsche junge Frauenzimmer zu ehelichen, dasihm in den Wurf käme."
Eva besaß zuviel mädchenhaftes Selbstgefühl und wußte diewahre Würde ihres Geschlechtes zu sehr zu schätzen, um an Scher-zen über den Ehstand oder über die Liebe Theil zu nehmen; auchbegriffen sämmtliche Gentlemen von ihrer Gesellschaft den Charac-ter der jungen Dame zu gut, — ihrer eigenen feinen Bildunggar nicht zu gedenken — um diesen Versuch des Kapitäns zu