31
„Handelt sich'S um eine Verhaftung wegen Verbrechen oberwegen einer Schuldforderung?" fragte der junge Mann, weicherdem Leser bereits als Mr. Blunt vorgestellt wurde.
In dem Benehmen des Sprechers lag eine ruhige Würbe,welche die Hoffnung der Reisenden wieder aufrichtete, während siezugleich den Attorney und seinen Gefährten bewog, überrascht undvielleicht ein wenig ärgerlich zurückzuschanen. Ein Dutzend eifrigerStimmen versicherten den „Gentleman", daß von einem Verbrechendurchaus keine Rede sey — ja nicht einmal von einer rechtmäßigenSchuld, sondern nur von einem spitzbübischen Plane, einen über-Vortheilten Mündel zu zwingen, daß er einem betrügerischen Vormundseine Verbindlichkeiten erlasse. Obgleich alles dies nicht sehr klaranSeinandcrgesetzt war, wurde es doch mit so viel Nachdruck be-hauptet, daß eS Argwohn wecken und die Theilnahme der verständigerenZuschauer steigern mußte. Der Attorney musterte den Anzug, daSAeußere und das Alter des FragerS, der nicht über fünfundzwanzigJahre zählen konnte, und antwortete sodann mit der Miene derUeberlegenheit:
„Schuldforderung oder Verbrechen? Diese Frage kommt vordem Auge des Gesetzes nicht in Betracht."
„Wohl aber vor dem Auge eines ehrlichen ManncS," ent-gegnete der Jüngling mit Feuer. „Man nimmt Anstand, sich zuGunsten eines,Schelms einzumengen, obschon man bereit seyn mag,sich für einen Menschen zu verwenden, dessen einzige Schuld vielleichtin seinem Unglück besteht."
„Das sieht so ziemlich wie ein Bergungsversuch aus! Ichhoffe, wir sind noch in England und unter dem Schutze englischerGesetze?"
„Dies unterliegt durchaus keiner Frage, Mr. Seal," ergriffjetzt der Kapitän das Wort, welcher den Polizeibeamtcn aus derFerne beobachtet hatte und es nunmehr für Zeit hielt, sich cinzumen-gen, um die Interessen seiner Schissseigenthümer zu schützen. „Dort ist