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sehr angesteckt war von den Ketzereien, die in Deutschland um sichgreifen —"
„Hier muß ein Jrrthum obwalten," unterbrach ihn der Graf.„Hast Du nicht unter den Theilnehmern an unserer Wallfahrt seineeigene Mutter gesehen, und glaubst Du, eine Anhängen» Lutherswerde sich'S so sauer machen, um Nom zufrieden zu stellen?"
„Wir sprechen von dem Kinde, nicht von der Mutter, HerrPilger. Hätten alle, die in besseren Grundsätzen erzogen wurden,den Ansichten ihrer Väter Treue bewahrt, so wäre unsrem Zeitalterdiese Ketzerei erspart geblieben. Die Abtrünnigkeit des jungenMenschen kann nur wenigem Zweifel unterliegen, sintemal ich Aeuße-rungen derselben mit eigenen Ohren gehört habe."
„Wie, hast Du den Jüngling je beichten gehört, hochwürdigerAbt?" fragte Emich überrascht. „Ich hätte Dich nicht für so her-ablassend gehalten gegen einen Menschen von seiner niedrigen Stel-lung — noch, bei der Messe! ihn für so schwach, daß er im Beicht-stuhl streitige Punkte berührte."
„ES gibt auch noch andere Zugeständnisse, Herr Pilger, als die-jenigen, welche in der Kirche oder unter dem Siegel ihrer Geheim-nisse gehört werden. Es wurde früher eine Frage zwischen unsganz freundschaftlich und in lustiger Weise bereinigt, die ich hiernicht berühren will, edler Graf."
„Gewisse Weinberge betreffend," entgegnete Emich lachend.„Dis Sache liegt nicht so fern, um schon vergessen zu seyn, obschonweder mein Vetter noch der gute Abbe sich als so mannhafte Stützenerwiesen, wie ich von ihnen erwartet hatte."
„Dein Förster leistete Dir bessere Dienste. Du wirst Dichauch gewisser Streitpunkte erinnern, die damals zur Sprache kamen,und jener Vergleichung, die sich der dreiste Junge erlaubte, vondem Baume, dem seine nutzlosen Zweige abgestutzt sehen, und dem,welchen man in seiner Ungestalt stehen lasse."
„Willst Du eine Seele in der Gefahr des Untergangs lassen wegen
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