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er sich von dem Schauplätze des Streites gänzlich zurückzieht. In der gro-ßen Masse erzeugt vielleicht ein gelegentliches Abtrcten von derBühne, weil eS an den Mitteln zum Erfolge fehlte, nur wenigTheilnahme; wer aber, obschon er unläugbare Ansprüche besitzt,dennoch eine derartige Enthaltsamkeit an den Tag legt, darf mit Zuversichtdaraus rechnen, daß er für alle seine guten Eigenschaften vielleichtmehr als gebührende Anerkennung findet, obschott sie ihm mit allerWuth des Parteigeistes abgesprochen worden wären, hätte er seinenNebenbuhlern gegenüber eine andere Stellung angenommen. Sowar gewissermaßen auch die Lage des Pater Arnolph, und selbstBonifaciuS kämpfte nie gegen die natürlichen Gefühle an, die ihmder fromme Mönch einflößte, weil er die geheime Ueberzeugung insich trug, daß dessen Tugenden, wie sehr sie auch von der Oeffent-lichkeit gewürdigt wurden, wahrscheinlichecweise mit seinen eigenenInteressen niemals in Widerstreit kommen konnten.
„Du bist wohl sehr müde, frommer Prior," sagte der Abtvon Einsiedeln, indem er mit zuvorkommender, schmeichelnder Auf-merksamkeit seinem Gaste einen Sitz anbot.
„Dies kömmt bei mir nicht in Anschlag, durchlauchtiger Rüdiger,denn ich habe mir den Weg mit vielen guten Reden und manchenGebeten erleichtert. Meine Pilger sind zwar erschöpft, aber dochglücklich angekommen, und haben sich jetzt der Gastfreundlichkeit desKlosters zu getrösten."
„In Deinem Gefolge befand sich ein Edler, der sich in Deutsch-land einer hohen Achtung erfreut, hochwürdiger Arnolph?"
„Er stammt aus einer alten Familie und steht bei der Weltin großem Ansehen," entgegnete der Prior mit Zurückhaltung.
„Was meinst Du, Bruder BonifaciuS — allerdings dürfte eSnicht räthlich seyn, öffentlich einen Unterschied zwischen denen zumachen, welche unser Hciligthum besuchen; aber fordert nicht Gast-freundlichkeit und feinere Bildung eine Privatbegrüßung? Seid Ihrmit meiner Ansicht einverstanden, würdiger Arnolph?"