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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
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Minuten knieeten Alle vor der weit berühmten Kapelle der gött-lichen Einweihung.

Die alte Kirche von Einsiedeln (denn an ihre Stelle ist seit-dem eine andere umfangreichere von viel größerer Pracht gekom-men), warum den Platz her aufgeführt worden, wo ursprünglich dieZelle des heiligen Menra stand. Die Kapelle, die durch die En-gel eingeweiht worden sehn soll, befand sich in dieser verehrtenZelle, und das Ganze stand im Mittelpunkte der neueren Gebäude.In Vergleichung mit der Masse, welche die äußere Hülle bildete,war sie nur klein, aber doch groß genug, um einem Priester dasOpfer möglich zu machen und viele reiche Spenden der Andacht zubergen. Das Ganze war mit Marmor eingeschloffen, der aber inFolge des Alters und der Lampenausdünstungen eine schwarze Farbeangenommen hatte, während die Fronte und ein Theil der Seitendurch Oeffnungen, die durch wunderliche, aber schön gearbeiteteGitterwerke geschützt waren, einen Blick ins Innere gestatteten.An dem Hintere» dunkeln Ende dieser Kapelle befanden sich dieBildnisse der heiligen Mutter und des Kindes. Ihre Kleider wa-ren, wie es gewöhnlich bei allen viel verehrten Heiligthümern derFall ist, mit kostbaren Steinen und Goldflittern überladen. DieGesichter hatten eine dunkle Broncefarbe, ähnlich der des fernenOstens; wahrscheinlich ein Gedanke, welcher mit der Hindeutungauf einen übermenschlischen Ursprung und Zweck in Verbindung steht.Vergoldete Silberlampen verbreiteten ein lebhaftes Licht und übtenauf das gläubige Gemüth einen seltsam geheimnißvollen Eindruck.So war das Heiligthum Unserer lieben Frau von Einsiedeln zu derZeit unserer Erzählung, und so besteht es noch bis auf den heu-tigen Tag, nur mit einigen unwesentlichen Zugaben und Verände-rungen, die mehr da« Ergebniß der Zeit, als die eines Wechselsder Ansichten sind.

Wir haben diesen Zufluchtsort katholischer Andacht in seinerhohen frostigen Bcrggegend besucht lind in abendlicher Stunde