für's allgemeine Beste mit cinflicßcn zu lasten?" fragte Heinrich,während er vor der letzten Station geduldig die Entfernung derAndern erwartete, um den Platz selbst einzunchmen.
„Nein, gestrenger Herr Bürgermeister —«
„Bruder Pilger, mein guter Schmied."
„Nein, gestrenger Herr Bruder und guter Pilger, in derÜbereinkunft war von einem derartigen Dienste nicht die Rede."
„Himmel, bist Du ein solcher Hund, Dietrich, daß man Dichbestechen muß, wenn Du für Dein eigenes Interesse beten sollst?Thue, was Du als Bußübung und um der Mönche willen verspro-chen hast, und dann denke als ein ehrbarer Handwerksmann auchan die Stadt, deren Bürger Du bist. Ich erhebe mich nie vonmeinen Knieen, ohne für unser Dürkheim und zu Nutz und From-men der Familie Frei ein paar Paternoster-Perlen abzuzählen."
„Ich bitte um Verzeihung, hochedler Bürgermeister und vor-trefflicher Bruder Pilger; der Wunsch ist vernünftig und soll er-füllt werden."
Der Schmied zählte sodann seinen Rosenkranz ab und machte,sobald er damit fertig war, dem Bürgermeister Platz. Mittler-weile hatte auch der Prior vor jeder Station mit großer Andachtund aufrichtiger Demuth gebetet.
Die Pilger stellten sich nun in zwei Reihen — eine Art, sichdem Kloster von Einsiedeln zu nähern, wie sie jährlich noch immervon Tausenden beobachtet wird. Die Männer reihten sich rechtsauf dem Wege in einer einzelnen Zeile hinter einander auf und dieWeiber befolgten links dieselbe Ordnung. Dann begann laut undin wechselnden Absätzen das Gebet deS Rosenkranzes.
Wer immer in diesem merkwürdigen, wild romantischen Landehäufig gereist ist, muß oft Pilgerhäuflein bemerkt haben, die inder vorbeschriebenen Weise einherzogen, ihre Gebete in die reineLuft ergießend, während sie zum Altar „Unserer lieben Frau vomSchnee" auf dem Rigi Hinanstiegen, von demselben zurückkamen, oder