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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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gleiche Vergeltung üben wirb für das Gute wie für das Böse.Gott siy Dank, diese Gewißheit tröstet den Frommen und gibt demWankenden Mulh."

Sie redete jedoch zu tauben Ohren. In MetaS Antlitz war,wie in LottchenS Zügen, Hoffnungslosigkeit ausgedrückt, obgleich sichbei der Ersteren die Spuren weniger bestimmt und augenfällig zuerkennen gaben. Ihr Auge war unstät, die Wange blaß, der Schrittmatt, der Mund preßte sich zuweilen krampfhaft zusammen, und dasganze Wesen deS jungen, unschuldigen Geschöpfs schien unter einemfrühen, unnatürlichen Grame hinzuwelken. Sie blickte gleichgültignach dem Kloster hin, obschon sie dort Ruhe für ihre körperlicheErschöpfung hoffen durfte. Das Gebirge stieg in der Nähe dunkelund zackig in die Höhe oder glänzte in der Ferne wie Alabaster,ohne der Pilgerin auch nur einen einzigen Ausruf jenes Entzückenszu entlocken, welches derartige Scenen in einer jugendlichen Brustzu Wecken so sehr geeignet sind. Auch das reine Himmelsgewölbeoben war für sie bedeutungslos, obschon cs zu einem ruhigerenDaseyn eüizuladen schien.

Ach du mein Himmel!" fuhr Ilse fort, deren Beobachtungsich selten über ihre eigenen Gefühle hinaus erstreckte, und derenZunge nicht zu ermüden war.Ach du mein Himmel, Meta,es muß eine gottlose Welt sepn, daß sie aller dieser Wallfahrtenund dieses Brennens bedarf. Doch sie sind nur die Bilder derVergangenheit und der Zukunft, Kind die Bilder von dem, wasgewesen ist und was kommen wird. Erstlich ist das ganze Lebennur eine Wallfahrt und ein Büßgang, obschon nur Wenige von unSwährend ihrer Pilgerfahrt durch das Erdenthal so denken; aberdennoch ist eS dies für Alle, namentlich für die vom Glück wenigBegünstigten und ein Büßgang ist'S obend'rein von wegen un-,serer Leiden und Gebrechen, namentlich im Alter. Und deshalbtrage ich'S auch wohlgemuth, sintemal man sich einer Buße unter-werfen muß; und das Brennen der Klöster und Dörfer ist nur ein