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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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diese Ehre zu erweisen je nun, so ist es nur der Preis dafür,daß wir uns eine andere vom Hals geschafft haben."

Du kannst in Wahrheit sagen, ,seyd Wohlgen,uth<, BruderSchmied, denn es handelt sich nur um ein bischen Knieen und einpaar Striemen, die jeder seinem eigenen Rücken versetzt; der Rück-weg ist dann natürlich angenehmer, als das Herkommen."

So sich gegenseitig ermuthigend, humpelte das edle Pilgerpaarweiter, und ihre massenhaften Körper schwankten mit jedem Trittwie die von Überfelten Ochsen, welche nur mit schlechten Hufen ver-sehen sind. Nachdem sie vorübergegangen waren, traten an ihreStelle die Vier, von denen Gisela und Gottlob einen Theil bil-deten. Die Unterhaltung der letzteren war leicht und tändelnd, denndie körperliche Ermüdung hatte nur geringen Einfluß auf die lebens-frohe Schwungkraft solcher Gemüther üben können, namentlich ineinem Augenblicke, der ihnen das baldige Ende ihrer Mühe in Aus-sicht stellte. Nicht so verhielt sich'S mit dem nächsten PaareUlrika und ihrer Freundin, welche ihres Weges zogen wie Leute,deren Seelen mit schwerem Gram beladen sind.

Gott ist unter diesen Bergen der Gleiche, wie auf unser»Ebenen, Lottchen!" sagte die erstere in Fortsetzung eines begonnenenGespräches.Jener Tempel ist sein Heiligthum, wie es der vonLimburg war, und es wäre eben so eitel, wenn der Mensch sei»hier auf Erden vergessen wollte, als wenn er versuchte, z» ihm injenen Himmel einzudringen, der sein Thron ist! Was er thut, istweise, und wir wollen uns Mühe geben, uns mit Geduld in seineSchickungen zu fügen."

UlrikaS Ergebung drückte sich vielleicht mehr in ihren Worten,als in ihrer Miene aus; denn letztere war gedrückt und sorgen-voll, während ihre Stimme fast in Thränen bebte. Aber obgleichihre Wehmuth tief und augenfällig war, so ließ sich darin docherkennen, daß der Bußgängerin die Hoffnung noch nicht ganz er-storben war. Die Züge, der Blick und das ganze Benehmen ihrer