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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Klause und Bethaus wiederherstellcn, brachte das Bild der gebene-deiten Jungfrau wieder an seinen Ort und weihte sein eigenesLeben der Einsamkeit. Die benachbarten Herren und Edeln trugendazu bei, den Ort zu begaben, und mehrere fromme Männer ver-einigten sich zum Dienste des Altars von diesem Umstands erhieltdas Heiligthum den Namen ,Unsere liebe Frau von den Einsiedlern/der noch heutigen Tages die wahre Bezeichnung ist. Du würdestcS überdrüssig werden, wenn ich Dir alle die Wunder erzählenwollte, die durch die Krast ihrer Gebete schon in jener frühen Zeit,als das Kloster noch arm war, gewirkt wurden; aber sein Rufverbreitete sich bald so weit, daß viele aus der Ferne herkamen,um zu sehen und zu glauben. Im Laufe der Zeit erweiterte sichder Gnadenort zu einer regelmäßigen Gemeinschaft, und die Kirche,die Du dort siehst, birgt in ihrem Schiffe die ursprüngliche Klause,die Kapelle und das Bildniß des heiligen Meurad. Aus der Brü-derschaft wurde der heilige Eberhard zum Abt gewählt."

»Ich hätte gedacht, der Ort besitze höhere Verdienste," bemerkteEmich; er war augenscheinlich einigermaßen in seinen Erwartungengetäuscht, denn ein schwerer Sünder ist mit einer einfachen Bußeebenso wenig zufrieden, als ein Trinker mit kleinen Zügen.

Du sollst hören.

Als die Gebäude standen und cs nothwendig wurde, denPlatz nach den Formen und Gebräuchen der Kirche einzuweihen,wurde der Bischof Conrad von Konstanz eingeladen, das heiligeAmt zu verrichten. Jetzt zeigte sich erst die wunderbare Huld desHimmels! Als Konrad von Konstanz in der Mitternacht vor demfür die Feierlichkeit anberaumten Tage mit andern frommen Män-nern zum Gebete aufstand, hörten sie plötzlich eine himmlischeMusik mit dem lieblichsten EngelSgesang. Trotz ihres tiefen Er-staunens blieben sie übrigens doch hinreichend ihrer Vernunft mächtig,um zu entdecken, daß die unsichtbaren Wesen die vorgeschriebeneEidesformel sangen, ein Amt, das sie selbst einige Stunden