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tem Auge und in heiliger Verehrung nach dem fernen Gotteshausehin. Dann kniete er auf dem Grase nieder und betet«, währenddie Andern, die an derartige plötzliche Andachtsäußerungen schongewöhnt waren, die kurze Frist gerne zum AuSruhen benützten.
„Nie zuvor hat mein Auge jenen heiligen Tempel begrüßt,"antwortete der Prior, als sie langsam ihre Wallfahrt wieder auf-nahmen, „obschon sich meine Seele oft in nächtlichen Träumennach diesem Glücke sehnte."
„Mich dünkt, Vater, Du hast wenig Grund zu Büßungenoder Wallfahrten — Du, dessen Leben in Werken christlicher Liebedahin geschwunden ist."
„Jeder Tag bringt sein Schlimmes, und jeder Tag sollte auchseine Sühne haben."
„Aber nur nicht in Wanderungen über steinigte GebirgSpfadebestehend, wie der ist, den wir jetzt gehen. Einfiedeln muß mitbesonder« Kräften begabt seyn, daß eS die Menschen von so weither zur Verehrung zieht. Ist Dir die Geschichte des Heiligthumsbekannt, hochwürdiger Prior?"
„Alle Christen sollten sie kennen, hauptsächlich aber die Pilger.Ich hätte Dich in so wichtigen Dingen für unterrichteter gehalten."
„Bei den heiligen drei Königen, offen gesprochen, Vater Ar-nolph, bas Bischen Freundschaft, das zwischen Limburg und meinemHause bestanden, hat mir einen Wirerwillen gegen alle Benedic-tiner-Mirakel eingeflößt, welcher Art sie auch seyn mögen; aber nununs wahrscheinlich eine liebevolle Vereinigung bevorsteht, möchteich gerne die Geschichte anhören, da sic wenigstens dazu dienenwird, unfern Gedanken einen weniger gemeinen Gegenstand zubieten, als unsere Füße sind. Ehrlich gestanden, die meinigenmachen höchst ungelegene Mahnungen an die Ruhe."
„Unsere Wallfahrt nähert sich ihrem Ende; aber da DeinGesuch vernünftig ist, so soll Deinem Wunsche entsprochen werden.So höre denn, Emich, und ziehe daraus eine Lehre für Deine Seele.