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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Loretto im größten Rufe stand. Die Zeit und politische Umwälzun-gen haben vielleicht dis Kirche Unserer lieben Frau von Einstedelnzu dem berühmtesten Wallfahrtsorte der Katholiken erhoben, dennwir sahen erst noch kürzlich Tausende um ihre Altäre sich drängen,während wir die 8anta Lass hauptsächlich der Obhut ihrer Möncheüberlassen oder der gelegentlichen Besichtigung neugieriger Ketzerausgesetzt fanden.

Nachdem wir so den Schauplatz geschildert haben, auf demunsere Geschichte jetzt spielt, ist es paffend, auf die handelndenPersonen selbst übcrzugehcn.

An einer Stelle, nicht ganz eine Stunde von dem Dorfe ent-fernt und an der Seite des eben erwähnten Sandstriches, welchedem jähen Absturze nach dem Zürcher-Sec in der Richtung nachdem Rheine zunächst lag, zeigte sich eine Gruppe von Wanderernbeiderlei Geschlechts und verschiedenen Alters von der kräftigenZugend an bis zur Neige der ManneSjahre. Sie waren zu Fußund trugen das Gewand sowohl, als die Abzeichen von Pilgrimen.Die Ermüdung hatte ihre Zeile verlängert, in der sie paarweiseeinhergingen, die Kräftigsten vornean, die Schwächeren und Er-schöpfteren aber hintendrein.

Der Zug wurde von zwei Männern angeführt, deren einerdie Tracht der Benedictiner trug, obschon er nach dem Bei-spiele der Nebligen mit dem Stabe und dem Pilgerränzchcn auS-gestattet war. Sein Begleiter war in den gewöhnlichen, mitKammmuscheln verzierten Mantel gehüllt und trug gleichfalls Stabund Pilgertasche. Die Uebrigen waren in den nämlichen Anzuggekleidet, mit den gewöhnlichen Ausnahmen, welche durch das Ge-schlecht bedingt wurden. Sie bestanden aus zwei Männern vonmittlerem Alter, welche den Vorgängern folgten, zwei von jedemGeschlecht in Paaren, die noch jung und rüstig waren, zwei weib-liche Gestalten in der Blülhe ihres Lebens, obschon sie erschöpftund traurig aussahen, und einem Mädchen, welches ihre Glieder