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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
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oder treibst Du mit unserer Leichtgläubigkeit Dein Spiel? Sprechensie wirklich von Geiseln und von Gold?"

Zuverläßig, gestrenger Herr, und wie es scheint, in vollem,baareni Ernste."

Willst Du mir nicht den Theil, der von den Geiseln handelt,noch einmal im Lateinischen «orlesen? Du könntest unbedachterWeise eine Conjunktion oder ein Pronomen übersehen haben,denn so nennt man, glaube ich, diese wichtigen Redefiguren."

Ja es wäre gut, das Schreiben aus dem Lateinischen zu be«urtheilen," ließ sich das Echo des Schmieds vernehmen.Manlernt nie die Eigenschaft seines Metalls mit dem ersten Hammer-schlage kennen."

Ludwig las zum zweitenmal Auszüge aus dem Original vor;namentlich gab er die Ausdrücke der Begrüßung, die, wie gewöhnlich,mit mönchische» Segensphrasen verschönert waren, und jenen Theil,der unumwunden die Auslieferung des Bürgermeisters und seinerSippschaft in die Hände der Benediktiner forderte, mit merkwürdigemNachdruck und mit einer Art von Schalkhaftigkeit, welche er oft alseine geheime tröstliche Rache für die Unbilden brauchte, die ihm häufigvon Seiten der Unwissenden widerfuhren, eine Weise, die er oftin heiteren Kreisen annahm, wenn er in gelegentlichen Gesprächenmit Anderen seiner Klaffe seinem verhaltenem Unmuthe Luft machenwollte.

Gott behüte!" rief der Bürgermeister, der sich jedesmal aufein anderes Bein stellte, so oft der Stadtschreiber über seine Brillenach ihm hinsah.Ich habe andere Dinge zu thun, als in einerZelle zu fitze», und der guten Stadt würde eS übel ergehen, wennsie so viele Kenntnisse und Erfahrung entbehren müßte. Ich bitte,Meister Ludwig, laß uns die freundlichere Sprache dieser Benedikti-ner vernehmen, denn mich dünkt, es lassen fich einige Worte desFriedens in den Segenssprüchen finden, die fie uns ertheilen."

Der verschmitzte Schreiber las nun im Urterte die stärksten