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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
Seite
349
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treiben. Einige zitterten innerlich, denn die Gewohnheit wie der her-gebrachte Glaube kämpfte noch allzustark gegen die neuen Ansichten;andere erwogen schlauer Weise mehr die zeitlichen als die geistlichenFolgen, und wieder andere machten sich Gedanken, ob es nichtmöglich sey, den Bannfluch in so guter Gesellschaft zu ertragen.ES gibt Tausende, die in großen Massen bereitwillig jeder Gefahrentgegengehen, während sie davor zurückschreckcn, sie allein zu be-stehen ; und vielleicht wird der Soldat, der zum Angriff zieht, ebenso sehr durch das Mitwirken seiner Kameraden, als durch die Furchtvor Schande oder durch das Verlangen nach Ruhm gespornt'. DieDürkheiiner NathSherrn befanden sich ganz in der gleichen Lage,und jeder fühlte Zuversichtlichkeit oder Zweifel, je nachdem er einemoder dem andern dieser Affekte in den Blicken seines Nachbarsbegegnete.

»Habt Ihr keinen andern, weniger gottseligen Vorschlag zumachen?" fragte der Bürgermeister, als er bemerkte, daß der mo-ralische Theil seiner bürgerlichen Stützen zu wanken begann.Ichspräche lieber von Punkten, auf die wir uns besser verstehen, alsauf solche, welche aus die Spitzfindigkeiten Eurer Kirchenlehre Be-zug haben."

Ich bin beauftragt, euch zu erklären, daß die Brüderschaftvon Limburg, wie cs ihrem göttlichen Amte ziemt, geneigt ist, soweit es die Pflicht irgend gestattet, auf Bedingungen hin, welche nochnamhaft gemacht werden sollen, den Dürkheimern ihre kürzlicheHandlung zu vergeben und zu vergessen."

'Nun, das ist christlich und soll, so viel an uns liegt, einebereitwillige Erwiederung finden. Auch wir, hochwürdiger Prior,wünschen das Vergangene zu vergessen, um einer ruhigen, freund-lichen Zukunft entgegensehen zu können. Habe ich die Gesinnungder Stadt gut ausgedrückt, meine Mitbürger?"

Buchstäblich kein Schreiber hätte es besser thun können."Ja, wir sind Alle der gleichen Ansicht. Es ist weise, im