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Der Bischof von WormS ist sehr aufgebracht und hat nicht erman-gelt, stch ohne Zögerung unmittelbar an unfern heiligen Vater inRom zu wenden. Außer dieser Berufung an das höchste kirchlicheOberhaupt sind sowohl an den Chursürsten als an den Kaiser, des-gleichen an die verschiedenen Kirchenfürstcn, die an den Ufern desRheins ihr geistliches Regiment führen, Boten abgegangen. Dießist eine Macht, furchtbar für einen GebirgSritter und eine Stadt,die der Fuß in so kurzer Frist zu durchschreiten im Stande ist.Den hauptsächlichsten Nachdruck möchte ich übrigens auf die üblenFolgen legen, die aus dem Mißfallen des kirchlichen Oberhauptsentspringen dürften."
„Und wenn dieses unsere letzte That mit Strenge betrachtensollte, hochwürdiger Prior, welchen Folgen hätten wir wohl ent-gegenzusehen?"
„Einer Ausschließung aus der Gemeinde, damit ihr überlastenbleiben möget dem Verderbniß und der Thorheit eurer eigenenHerzen. Mit einem Worte, dem Banne der Kirche."
„Hum — dies dürfte das kürzeste Mittel seyn, den Anhangdes Bruder Luther zu vergrößern. Du weißt, frommer Vater,daß man sich mit jedem Tage die bestrittenen Punkte genauerbetrachtet."
„Ich wünschte, man betrachtete sic mit mehr Demuth und Ein-sicht. Wenn ihr den Bann und die Segnungen dessen, dem daGewalt gegeben ist zu segnen und zu strichen, so gering anschlagt,so sind meine Worte außer Stande, die Wirkung zu erhöhen. Aberdiejenigen unter euch, die noch nicht darauf gefaßt sind, so weitzu gehen als euer Bürgermeister eben angedeütet hat, mögen zuvorrecht wohl mit sich zu Rathe gehen, ehe sic die schwere Gefahr aufsich laden, unter einem solchen Druck himmlischen Mißfallens zuleben."
Die Bürger sahen einander bedenklich an, denn nur wenige unterihnen waren wirklich darauf gefaßt gewesen, den Widerstand so weit zu