in schlimmen und die bereitwillige Theilnahme Aller in günstigen Fällen
— ist eine Art Rache, welche die Gesellschaft gar gerne an Denen übt,welche klüger und besser sehn wollen, als sie, indem sie sich an-maßen, in bedenklichen Angelegenheiten den Weg zu zeigen oderda, wo es Kraft und Entschlossenheit gilt, voran zu gehen. Derallein ist eines »«beneideten Rufes sicher, welcher, wenn er auchin dem Gange der Ereignisse dem großen Haufen vorautritt,doch keinen sehr merklichen Raum zwischen sich und seinen Genossenläßt, denn nur dann kann er unangefochten zu entkommen hoffen,wenn er sich nahe genug an die Masse hält, um sich mit derselbenvermischen zu können, während ein auffallendes Sichhervorthunstets Unglimpf und Rüge zur Folge hat.
Heinrich Frei fühlte in vollem Maaße das Drückende seinerLage und würde im gegenwärtigen Falle gerne viel von dem Ruhmhingegeben haben, welchen er seiner dreisten Führung des Angriff-verdankte, wenn er sich dadurch einigermaßen seiner Angst hätteentledigen können. Eine Art kriegerischen Instinkts bewog ihnjedoch, zur schlimmen Sache das beste Gesicht zu machen, und at-er seine College« anredete, that er dieß mit einem Tone von Freu-digkeit, von welcher freilich sein Herz nur wenig fühlte.
„Wohlan, meine Brüder," sprach er, indem er sich in der Gruppevon wohlbekannten Gesichtern umsah, die ihn mit magistratlichemErnste umgaben, „diese wichtige Angelegenheit ist endlich glücklich,und da es ohne Blutvergießen ablief, kann ich wohl auch sagen
— friedlich vorübergegangen. Die Benedictiner haben sich entfernt,und obgleich der hochwürdige Abt in einem benachbarten KlosterPosten gefaßt hat, von wo aus er tapfere Worte herüberschickt,um diejenigen einzuschüchtern, welche nicht an gefährlichere Waffengewöhnt sind, so wird es doch lange anstehen, bis wir wieder eineLimburger Glocke im Jägerthale läuten hören."
„Darauf kann ich schwören," bemerkte der Schmied aus demBürgerhaufen heraus, welcher sich in eine Ecke des RathhauSsaaleS