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roden, welche auf dem Boden der Gewohnheit und des GemüthSerstarkt waren. Bis auf diese Stunde noch sehen wir, wie fastdie ganze civilistrte Welt grobe, augenfällige Handlungen des Un-rechts begeht und sie mit Borwänden bemäntelt, die für den kritischenBlick keine bessere Unterlage aufweisen können, als einen krankhaftenGeschmack, welcher eben aus Gewohnheiten erwuchs, die sich selbstnicht ans irgend eine annehmbare Weise begründen lassen. Sogar dienachtheiligen Folgen des nächsten besten Systems werden als Be-weismittel zu Gunsten seines Fortbestandes gedeutet, weil man denWechsel — vielleicht auch oft mit Recht — für ein größeres Uebelhält, als das bestehenve Unrecht, und auf Millionen lastet derFluch, bloß deshalb ein herabgewürdigtes, unwissendes Thierlebenfortschleppen zu müssen, weil ein verderbter Sinn sein Mitgefühlallen denen versagt, welchen das hoffnungslose Schicksal zu Theilgeworden ist, durch zufällige Momente des Lebens in den Bann derGesellschaft zu g-rathen. So erzeugt Jrrthum den Jrrthum, bissogar die Philosophie und die Gerechtigkeit sich für befugt halten, mitunzureichenden Palliativ-Mitteln gegen eine Krankheit zu Felde zuziehen, die nur in einer kühneren und besseren Behandlung gründlicheAbhülfe finden könnte. Niemand wird sich daher wundern, wennwir sagen, daß sowohl Heinrich als Berchthold nicht ohne großeBeklommenheit gegen die Kirche heranzogen, da sie doch nichtvöllig überzeugt waren, ob sie wirklich ein verdienstliches Werkübten. Vielleicht ist nie ein Mann seinem Zeitalter weit vorange-schritten, ohne zuweilen Mißtrauen in seine eigenen Grundsätze zusetzen, und es ist gewiß, daß Luther selbst oft mit peinlichen Zwei-feln kämpfen mußte. Berchthold ließ sich übrigens die Sache we-niger anfechten, als seine Begleiter, denn er handelte nach denBefehlen eines Vorgesetzten und war nicht allein jünger, sondern auchbesser unterrichtet, als der Bürgermeister. Die erster? dieser That-sachen war allein schon hinreichend, ihn aller Verantwortlichkeit zuentbinden, während die letztere» Momente nicht nur den Einfluß