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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
Seite
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sittig fort; und obgleich ich niedcrknieete und ihn nur um eineneinzigen Gnadenblick anflehte, war doch seine Seele viel zu sehr mitseiner Sendung beschäftigt, als daß er aus eine Sünderin hätteachten können. Wäre ich so schlimm gewesen, wie Manche, die ichnennen könnte, so würde ich mich wohl über diese Vernachlässigungbeunruhigen; so aber schreibe ich die Sache eher auf Rechnungeines Verdienstes, als auf die meiner Bedürftigkeit. Nein, ichhabe nur den Klausner gesehen."

Dann sahst Du den unglücklichen Herrn von Nitterstein."

Ilse stand entsetzt da.

So haben wir also einen Wolf in Schaafsklcidern beherbergt!"rief sie endlich, als ihr Sprachvermögen wieder zurückkehrle.Dieganze Pfalz kniete nieder, weinte und betete zu den Füßen einesMenschen, der ei» Sünder ist wie Unsereiner ja sogar noch vielschlimmer als wir! Man ließ für rechte Münze gelten, was nurschlechtes Metall war unsere Salbung war Heuchelei unsereHoffnung gottlose Verblendung unser heiliger Stolz Eitelkeit."

Es war Oro von Ritterstein, Ille," entgegnete Ulrike, sicherhebend;aber Du hast einen frommen Mann gesehen."

Sie gab der Dienerin ihren Arm, da dieselbe des Beistandesam meisten bedurfte, und trat sodann den Rückweg von der Hüttean. Während sie zwischen dem verfallenen Gemäuer des Lagersdahin gingen, versuchte Ulrika ihre Begleiterin zu vermögen, daßsie den Charakter und die früheren Vergehungen des Einsiedlersmit mehr Milde beurtheile eine nicht leichte Aufgabe, denn Ilsehatte sich daran gewöhnt, den unsiäten Ovo als einen Menschenzu betrachten, der von Gott ganz aufgegeben war, und Annchlen,welche zwanzig Jahre lang beharrlich festgchalle» wurden, lassensich nicht in einem Augenblicke austilgen. Dennoch gibt es einVerfahren, durch welches der menschliche Geist veranlaßt werdenkann, mehr als Gerechtigkeit zu üben, indem man ncmlich das Vorur-iheil völlig auSrottet. In Folge dieser Art von Gegenwirkung sehen