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hübscher Plätze, als die meisten anderen europäischen Staaten dar-bieten; aber wie über den ganzen alten Cvntincnt ist auch hier derArme wirklich arm.
Die kleine Hänsergruppc unter den vorspringenden BasteienHartcnburgS trug den Charakter von Arinuth und Niedrigkeit,welcher säst allen derartigen Dörfchen eigenthümlich ist. Die Woh-nungen bestanden aus Gebälk und Lehm, waren mit Stroh gedecktund hatten Fensteröffnungen, für die in jener Zeit noch kein Glasin Anwendung kam. Wenn wir also von Lottchens wohnlicher Hüttesprechen, so wollen wir damit nicht weiter sagen, als daß sie ver-hältnißmäßig besser war, als die übrigen, und das zugäbliche Ver-dienst einer makellosen Reinlichkeit besaß. Das Möbelwerk deuteteübrigens noch entschiedener auf die frühere Lage der Bewohnerin,denn sie hatte aus dem Schiffbruche, welchen die GlückSverhältniffeihres Gatten erlitten, noch Manches gerettet, was ihren Augendie früheren glücklicheren Tage vergegenwärtigen konnte — einejener wehmüthigen Tröstungen im Unglück, welche man gewöhnlichunter Personen findet, deren Sturz durch einige mildernde Umständegebrochen wurde und die das Zartgefühl und die innige Theilnahmedes Beobachters so rührend ansprechen. Aber BerchtholdS Mutterhatte auch noch in anderer Beziehung ein Recht an die Achtungderjenigen, welche über ihre bescheidene Schwelle traten. Wie be-reits bemerkt wurde, war sie in früherer Zeit UlrikaS Herzens-sreundin gewesen und blieb durch ihre Erziehung sowohl, als durchihren Charakter stets der vertrauten Verhältnisses würdig, welchesdie Bürgermeisterin mit ihr unterhielt. Ihr Sohn hatte außer demkleinen Gehalt an Geld, den er bezog, das Recht der freien Pürschfür seine Bedürfnisse, und da deutsche Sparsamkeit sie zur Besitzerineiner Garderobe von mehreren Generationen gemacht hatte, so wardie achtbare Frau nicht nur keinem eigentlichen Mangel ausgesetzt,sondern auch stets in der Lage, in einer Weise aufzutreten, diemehr mit ihren früheren, als mit ihren gegenwärtigen Mitteln im