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mahl zufrieden ist, Meister Heinrich. Willst Du die Güte haben.Dich deutlicher zN erklären, Frau?"
Mag es nun eine Folge des Instinkts, der Schwäche und desZartgefühls oder nur eine Frucht beständig eingeprägter Vorschriftenseyn — ein tugendhaftes weibliches Wesen gesteht selten die Einkehrder Liebe in dem eigenen oder in einem andern theuren Herzen zu,ohne dabei verschämt zu erröthen, vielleicht weil ihr dabei eine ge-heime Stimme zuruft, daß sie dadurch etwas von dem vortheil-haften Grunde aufgibt, welchen sie den Vorrechten ihres Geschlechtsverdankt.
Auch bei Frau Ulrica war ein derartiges Gefühl nicht zu ver-kennen, denn ihre Wange glühte und sie suchte ungeachtet der ruhi-gen Fassung ihrer Jahre den Blicken Emichs anSzuweichen.
„Ich wollte bloS sagen, Herr Graf," entgegnete sie, „daßMeta gleich allen jungen, unschuldigen Mädchen sich ein Ideal ge-. bildet, und das Original dazu in einem Jünglinge des JägerthaleSgefunden hat. So lange sie auf dieser Gesinnung beharrt, kannsie als ehrsame Jungfrau nur die Braut des Einen werden, densie liebt."
„Die Sache wird jetzt klarer," erwiederte der Graf mit einemLächeln, welches anzudeuten schien, als habe die Angelegenheit keinsonderliches Interesse für ihn, „und ist jetzt so deutlich auseinander-gesetzt, wie ein Herz es nur wünschen kann — wenigstens dasHerz des in Frage stehenden Jünglings. Was hältst Du davon,Herr Bürgermeister?"
Heinrich Frei'S Fassungskraft konnte doch eine so deutliche Er-klärung nicht völlig mißverstehen; er saß von dem Momente an,als seine Gattin zu sprechen aufgehört hatte, mit offenen Augenund Lippen da, und blickte wie ein Mann, der eben erst Kundevon einer unerwarteten, wichtigen Neuigkeit erhalten hat, der mildenUlrica in das bekümmerte Antlitz.
„Herr Teufel!" rief Heinrich auf die letzten Worte des Grafen,